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2. Organische Chemie 2. Abt. (1911) Organische Verbindungen mit geschlossenem Kohlenstoffringe ...
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Nachtrag.

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Das Prunitrin kristallisiert aus wasserhaltigem Essigäther in farblosen,feinen Nadeln, die wenig löslich in kaltem, leicht löslich in heißem Wassersind. Durch verdünnte Salzsäure wird es in Prunetin und Traubenzuckergespalten.

Das Prunetin bildet farblose, bei 242° schmelzende Nadeln, welcheunlöslich in Wasser, wenig löslich in organischen Lösungsmitteln sind.Durch Erhitzen mit Jodwasserstoffsäure auf 130° geht es in Prunetol:C 15 H'°0 5 , über, welches in farblosen, bei 296° schmelzenden Nadeln kristallisiert.Durch Schmelzen mit Kalihydrat liefert das Prunetin Phloroglucin undPara-Oxyphenylessigsäure (s. S. 1187), H. Einnemore.

Die Kinde von Rhamnus cathartica enthält nach A. Tschirch undH. Bromberger außer Frangula-Emodin und Chrysophansäure einin roten, bei 305° verkohlenden Nadeln kristallisierendes Isoemodin:C 15 H 10 O 5 , sowie sublimierbares, in Ammoniak und in Alkohol mit grüngelberFluoreszenz lösliches B-hamno fluorin: C^'H^O", und cholesterinartiges,bei 83 bis 85° schmelzendes Khamnosterin: C 13 H 2a 0 2 .

Kermes. Der Farbstoff des Kermes, die Kermessäure: C 10 H l! O 9 ,steht der Carminsäure nahe, indem derselbe die gleichen Spaltungsprodukteliefert wie letztere. Bei der Oxydation mit Salpetersäure liefert die Kermes-säure z. B. ebenfalls Nitrococcussäure. Die Kermessäure kristallisiertaus siedendem Wasser oder aus Essigsäure und wenig Wasser in ziegelrotenNadeln, die sehr wenig löslich in kaltem Wasser, leicht löslich in Alkoholsind. In Natronlauge löst sie sich leicht mit violetter Farbe. Die violettroteLösung der Kermessäure in reiner Schwefelsäure zeigt ein Spektrum, welchesdem der Carminsäure sehr ähnlich ist. Borsäure färbt die Lösung derKermessäure lind der Carminsäure in Schwefelsäure blau (0. Dimroth).

Chlorophyll. Nach den weiteren Untersuchungen, welche von E.Willstätter und seinen Schülern über das Chlorophyll ausgeführt wurden,sind die früher beobachteten Verschiedenheiten in den Eigenschaften desChlorophylls aus verschiedenem Pflanzenmaterial nicht durch natürlicheUnterschiede im Phytochrominkern, sondern durch nachträgliche Ver-änderungen bedingt, die bei dem Trocknen der betreffenden Pflanzen, beider Extraktion und der weiteren Verarbeitung derselben eintreten. Es gelang,aus dem Chlorophyll zahlreicher, sehr verschiedenen Klassen angehörenderPflanzen stets dieselben Chlorophyllderivate, das Phytochlorin e und dasPhytorhodin g, und zwar nur diese, zu isolieren. Die stets erfolgendeSpaltung des Chlorophylls beliebiger Herkunft in das Gemisch dieser Ver-bindungen weist darauf hin, daß das naturelle Chlorophyll aus zwei Kom-ponenten besteht, von denen die eine zum Phytochlorin, die andere zumPhytorhodin abgebaut wird. In der Tat ist das Chlorophyll ein Gemischvon einer blaugrünen und einer gelbgrünen Komponente. In welcher Beziehungdiese beiden Komponenten des Chlorophylls zueinander, sowie zu demkristallisierten Chlorophyll oder Äthyl magnesium phaeophorbid (I) und demBeinchlorophyll oder Phytylmagnesiumphaeophorbid (II) stehen, ist bishernicht bekannt.

I. C 37 H 3B MgN 4 O c oder [C 31 H 89 MgN J ](CO . OH)(CO . OCH 3 )(CO . OC 2 H 5 ),II. C"H"MgN 4 0 6 oder [C 3l H 29 MgN 4 ](CO . OH)(CO . OCH 3 )(CO . OC 20 H 3i> ).

Reinehlorophyll: C 55 H 72 MgN' , 0", welches nur unter Einhaltungbestimmter Versuchsbedingungen und unter Anwendung besonderer Vorsichts-maßregeln aus getrockneten Brennesselblättern erhalten wird, bildet ein blau-stichig-schwarzes, glänzendes, leicht zerreibliches, kristallinisches Pulver mitstarkem, fast metallischem Reflex. Gegen 100° schmilzt es zu zähen Tropfen