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2. Organische Chemie 2. Abt. (1911) Organische Verbindungen mit geschlossenem Kohlenstoffringe ...
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Chondrin, Sericin.

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"beim Erkalten gelatinierenden Flüssigkeit. Die wässerige Lösung des Chondi-insist linksdrebend. Chondrinlösungen werden zum Unterschiede von Glutin-lösungen durch Essigsäure, Alaun, Bleiacetat und andere Metallsalzlösungengefällt; Quecksilberchlorid ruft dagegen nur eine Trübung und keine Fällunghervor. Salzsäure und verdünnte Schwefelsäure bewirken Fällungen, die sichjedoch in einem geringen Überschuß des Fällungsmittels wieder lösen. Obdiese Reaktionen dem reinen Chondrin zukommen oder nur dem Gemischvon eigentlichem Chondrin mit den sonstigen Zersetzungsprodukten desKnorpels, ist zweifelhaft. Durch Gerbsäure wird Ohondrinlösung ebenso wiedie des Glutins gefällt. Durch Kochen mit verdünnter Schwefelsäure oderverdünnten Ätzalkalien wird aus dem Ohoudrin nur Leucin und keinGlycocoll gebildet. In seiner Elementarzusammensetzung soll sich dasChondrin besonders im Stickstoff- (16 Proz.) und Sauerstoffgehalt vom Glutinunterscheiden.

Nach Schmiedeberg enthält die Knorpelsubstanz, wie schon er-wähnt, leicht spaltbare Verbindungen von Eiweißstoffen mit Chondroitin-schwefelsäure (Chondromucoid), sowie von leimgebender Substanz mitderselben Säure. Ob die leimgebende Substanz des Knorpels mit dem Collagender Knochen identisch ist, ist zweifelhaft. Der aus der Knorpelsubstanzdargestellte Leim, das Chondrin, besteht aus einem Gemisch einer glutin-artigen Substanz mit Verbindungen der Chondroitinsehwefelsäure mit Leim- undeiweißartigen Stoffen. Die Chondroitin schwefelsaure : C 1 " H" N S 0",bildet ein weißes, amorphes, in Wasser leicht lösliches Pulver, dessen Lösungdurch Gerbsäure nicht gefällt wird. Die Chondroitinsehwefelsäure zerfälltleicht in Schwefelsäure und Chondroitin: C 18 H 27 N0 14 , eine dem Gummiarabicum ähnliche Substanz, die den Charakter einer einbasischen Säurezeigt. Beim Kochen mit verdünnten Säuren wird das Chondroitin in Essig-säure und Chondrosin: C 18 H !1 NO", gespalten, eine gummiähnliche, inWasser lösliche, rechtsdrehende Substanz, welche reduzierend auf Fehling-sche Kupferlösung einwirkt. Das Chondrosin scheint nach seinem Verhaltengegen Barythydrat die Atomgruppen der Glycuronsäure (s. S. 607) unddes Glycosamins (s. S. 968) zu enthalten. Nach Neuberg und Orglerist dies nicht der Fall, da durch Spaltung mit Barytwasser bei BruttemperaturTetraoxy-Amidocapronsäure: C"H 7 (OH)' 1 (NH 2 )0 1! , gebildet wird.

Sericin (Seidenleim): C IS H 25 N 6 0 8 nach Cramer, ist ein dem Glutinin mancher Beziehung ähnlicher, leimartiger Stoff, welcher der Rohseidedurch Auskochen mit Wasser entzogen wird. Es bildet ein farbloses, geruch-loses Pulver, welches in kaltem Wasser nur aufquillt, in heißem Wasser sichaber leicht löst. Beim Erkalten gelatinieren die Sericinlösungen. Beilängerem Kochen mit verdünnter Schwefelsäure liefert es Tyrosin, Serin(s. S. 454), Alanin, Histidin und wenig Leucin.

Zu den leimgebenden Geweben und dem Fibroin (s. S. 2103) der Roh-seide scheint auch das jodhaltige (1 bis 1,5 Proz. J) Spongin (s. S. 2103),die organische Grundlage des Badeschwammgewebes, in gewisser Beziehungzu stehen. Ähnlich liegen die Verhältnisse bei dem Conchiolin, derorganischen Grundsubstanz des Skeletts der Muscheln.