Wenig bekannte Farbstoffe.
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Das Xanthophyll kristallisiert mit 1 Mol. Methylalkohol in dunkelbraunroten, einen stahlblauen Reflex zeigenden Tafelchen, die bei 172°schmelzen. Es löst sich leicht in Aceton und Chloroform, schwer in Alkohol.Verdünnte Xanthophylllösungen zeigen eine goldgelbe, konzentriertere eineorangerote Farbe. Konzentrierte Schwefelsäure löst es mit tief blauer, starkealkoholische Salzsäure, namentlich bei kurzem Erwärmen, mit rein grünerFarbe. Gegen Sauerstoff ist das Xanthophyll ebenso empfindlich wie dasCarotin, dem es in der Zusammensetzung und in den Eigenschaften nahesteht. Es verbindet sich in ätherischer Lösung auch mit Jod zu einemDijodid: C^H^O^J 2 , welches büschelförmig angeordnete, dunkel violette,metallglänzende Prismen bildet (Willstätter, Mieg).
Zur Gruppe der Farbstoffe zählen, außer den im vorstehenden be-schriebenen Verbindungen, noch zahlreiche, im Pflanzen- und Tierreich vor-kommende, bisher jedoch nur sehr wenig studierte Stoffe, wie z. B.: die kri-stallisierbaren, roten «-, ß-, y- Anrpelochroinsäuren der Rebenblätter derCariguanreben (Gautier); das gelbe Anthokirrin der Blumen von Linariavulgaris und das gelbe Alltirrhin des Krautes von Aniirrhinum inajus(Riegel); das Aristolochiagelb der unterirdischen Teile von Aristolochiaülematitis (Walz); der gelbe, kristallisierbare bei 135° schmelzende Farbstoffdes Holzes Betli-a-l).arra (Sadtler, Rowland); das gelbe Calendnlin derBlüten von Calendula officinalis (Geiger); das Chicarot: C 16 H ll! 0 6 , derBlätter von Bignonia Chica (Erdmann); das purpurrote, harzartige Coleüu:C"H'"O s , des Coleus Versehaffeltii (Church); das kristallisierbare Euglenarotder auf Teichen vorkommenden Euglena sanguinea (Wittich); das in gelben,bei 220° schmelzenden Nadeln kristallisierende, in Kalilauge mit violettroterFarbe lösliche Excoecarin: C 13 H 9 0 2 (OH) 3 , und das in Kalilauge mit orange-roter Farbe lösliche, bei 244° schmelzende Jacarandin: C u H lu 0 3 (OH) s , desgrünen Ebenholzes (A. G. Perkin); das in Alkohol und Äther unlösliche, inChloroform, heißem Phenol und verdünntem Ammoniak mit smaragdgrünerFarbe lösliehe, kristallisierbare Holzgrün (Xylochlorsäure, Xylindein),des abgestorbenen Holzes der Buche, Eiche und Birke, unter dem Einflußvon Peziza aeruginosa gebildet; das gelbe llixanthin: C 17 H S2 O n (Molden-hauer), der im August gesammelten Blätter von Hex aquifolium (die Blättervon Hex paraguayensis enthalten kein llixanthin); das carmoisinrote Liglllinder Beeren von Ligustrum vulgare (Nickles); das rote Lithospermin:C 2 °H a0 O 10 , der Wurzel von Lithospermum erythrorhizon (Kuhara) und dasLithospermumrot der Wurzelrinde von Lithospermum arvense (Ludwig,Kromayer); das Luteill der Butter, des Blutserums, des Eidotters (sieheS. 1091), des Mais usw., bezüglich dessen nähere Bestandteile das Yitcllo-lute'in und das Vitellorube'in (Holm, Maly u. a.); das schwarze, amorphe,in fast allen Lösungsmitteln unlösliche Melanin der Chorioidea des Auges(Scherer, Landolt); das blutrote, dem Aspergillin (s. S. 2017) ähnlichePalmellin der Alge PalmeUa cruenta (Phipson); das Pyocyanill des blauenEiters und das Pyoxanthin des gelben Eiters (Fordos, Lücke); die roteKhoeadinsäure der Blüten von Papaver Rhoeas (L. Meier); das kristallisier-bare Rubidin der Wassermelonen, Paradiesäpfel und der roten Rüben(de Negri); das Urorubrohäinatin und das Urofuscohämatin des Harnsder an Lepra Leidenden (Baumstark); das Uromelanin, das Urorose'fn,das Urorubin gewisser Harne (s. S. 877); das rote, stark kupferhaltigeTuraciu: C°' 2 H 81 Cu ! N 9 0 3! (?), der roten Schwungfedern verschiedener Artendes Turaco oder Bananenfressers (Church) usw.