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Phoenin, Pipitzahoinsäure.
man dieselbe auf ein mäßiges Volum ein, fällt den Farbstoff mit Alkoholaus, sammelt ihn nach dem Absetzen und trocknet ihn bei mäßiger Wärme.Dieses Präparat löst sich leicht in Wasser, besonders nach Zusatz einer SpurAlkali.
Zur Herstellung von Lackmuspapier zieht man Streifen von feinemSchreibpapier oder von bestem Filtrierpapier durch die nach obigen Angabenbereitete, in einem flachen Gefäß befindliche Laukmustinktur hindurch undtrocknet die gefärbten Papiere auf Fäden an einem schattigen, vor Säure-und Ammoniakdämpfen geschützten Ort. Bei Anwendung von neutralerLackmuslösung (s. oben) resultiert hierbei ein neutrales, violett gefärbtesLaokmuspapier, welches sowohl auf Säuren als auch auf Alkalien empfindlichreagiert. Zur Erzielung von blau bzw. rot gefärbtem Lackmuspapier istes nur erforderlich, jener neutralen Lackmustinktur noch eine Spur ver-dünnter Kalilauge bzw. verdünnter Schwefelsäure zuzusetzen. Das Lackmus-papier ist, geschützt vor Licht, in gut verschlossenen Gefäßen aufzubewahren.Blaues Lackmuspapier werde durch einen Tropfen einer Mischung aus1 ccm V, 0 - Normal-Salzsäure und 100 ccm Wasser sofort gerötet, rotes Lack-muspapier durch einen Tropfen einer Mischung aus 1 ccm '/^-Normal-Kali-lauge und 100 ccm Wasser sofort gebläut.
Phoenin: C u H 10 O ; ', kommt in dem Holz von Copaifera bracteata (Purpur-holz) vor. Zur Darstellung desselben wird das alkoholische Extrakt mitWasser aufgenommen und die Flüssigkeit mit Essigäther ausgeschüttelt. DasPhoenin kristallisiert aus heißem Wasser in farblosen Nadeln, die bei em-stündigem Erhitzen auf 150 bis 160° in Phoeniceln: C^H^O 6 , übergehen.Letzteres kristallisiert aus Methylalkohol in violetten Nadeln, die unlöslich inWasser und in Äther, leicht löslich in Alkohol sind. Durch Ätzalkalien unddurch Ammoniak wird es blau gefärbt. Durch Einwirkung von Salpeter-säure wird Trinitroresorcin (s. S. 1109) gebildet (Kleerekoper).
Pipitzahoinsäure: C 16 H 20 O 3 (Perezon), findet sich in der als Purgier-mittel verwendeten Wurzel von Trixis Pipitzahuac oder Drumerilia Humboldtia(Mexiko). Zur Darstellung derselben extrahiert man die gepulverte Wurzelmit Alkohol, gießt den genügend konzentrierten Auszug in Wasser von 50°und kristallisiert die hierdurch abgeschiedenen goldglänzenden Blättchen ausverdünntem Alkohol oder Benzol um. Sie bildet goldglänzende, sublimierbare,bei 104° schmelzende Blättchen, die mit den Wasserdämpfen flüchtig sind.In Wasser ist sie fast unlöslich, leicht löslich in Alkohol, Äther, Chloroform,Benzol usw. In Kalilauge löst sie sich mit tiefvioletter Farbe. DurchKochen mit Essigsäureanhydrid entsteht Monoacetylpipitzahoinsäure:C ls H I9 (C' 2 H 3 0)0 3 , in farblosen, bei 115° schmelzenden, rhombischen Prismen.Durch Eeduktionsmittel wird die Pipitzahoinsäure in farblose, unbeständigeHydropipitzahoinsäure übergeführt. Hydroxylamin bildet in alkalischerLösung Amidopipitzahoinsäure: C 15 H 19 (NH 2 )0 3 , braune, bei 153 bis 154°schmelzende Nadeln. Durch Kochen mit Alkohol, dem etwas Schwefelsäurezugesetzt ist, geht letztere Säure in Oxypipitzahoinsäure: C 15 H S0 O 4 , über;glänzende, rotgelbe, bei 138° schmelzende Blättchen. Wird die Lösung derOxypipitzahoinsäure in konzentrierter Schwefelsäure auf 60 bis 80° erwärmt,so wird durch Wasserzusatz Perezinon: C 15 H IB 0 3 , in gelben, bei 143 bis144° schmelzenden Nadeln abgeschieden (Mylius, Anschütz).
Die Pipitzahoinsäure scheint ein Alkylderivat eines Oxybenzochinonszu sein. Nach Sanders soll jedoch der Pipitzahoinsäure die Formel C 10 H 16 0 2zukommen und dieselbe zu dem Campherchinon in Beziehung stehen. BeimSchmelzen der Pipitzahoinsäure mit Kalihydrat sollen Buttersäure undMethyl-Hexylenketon (s. S. 1304) gebildet werden.