Quillajasäure, Kornrade-Saponin.
1997
Quillajasäure: C 1!> H 30 O 10 , nennt Kobert die physiologisch wirksame■triftige Modifikation des Quillaja-Saponins, welche sich durch starken undanhaltend kratzenden Geschmack auszeichnet. Zur Darstellung der Quillaja-säure werden die genügend konzentrierten und nach dem Absetzen filtriertenwässerigen Auskochungen der Quillajariude mit neutralem Bleiacetat imÜberschuß versetzt, der Niederschlag (Q) wird gesammelt und mit Bleiacetatenthaltendem Wasser so lange ausgewaschen, bis im Filtrat durch am-anoniakalische Bleiessiglösung keine Fällung mehr bewirkt wird. Hieraufwird der Niederschlag noch mit Alkohol ausgewaschen, alsdann mit ver-dünnter Schwefelsäure zerlegt und das Filtrat durch H 2 S vollständig entbleit.Nach abermaligem Filtrieren, nötigenfalls nach Zusatz von etwas Alkohol,dampft man die Flüssigkeit fast zur Trockne ein, nimmt den Rückstand mitsiedendem, absolutem Alkohol auf und versetzt das Filtrat vor dem Erkaltenmit der öfachen Menge Chloroform. Nach abermaligem Filtrieren scheitletman die Quillajasäure durch Zusatz von Äther im Überschuß ab und trocknetden flockigen Niederschlag im Vakuum über Schwefelsäure.
Die Quillajasäure ist eine farblose, amorphe Masse, welche feuchtesLackmuspapier schwach rötet. Der Staub derselben reizt zum Niesen. InWasser ist sie leieht löslich, auch von Alkohol wird sie gelöst, nicht dagegen■von Äther. Die alkoholische Lösung läßt sich mit dem 5 fachen VolumChloroform mischen, ohne daß Trübung eintritt. Konzentrierte Schwefel-säure färbt die Quillajasäure dunkelrot. Durch Kochen mit verdünnterSchwefelsäure wird sie gespalten in Galactose, einen rechtsdrehenden, nichtgärungsfähigen Zucker (Pentose?) und einen dem Sapogenin ähnlichenStoff (P. Hoffmann).
Aus dem Filtrat von obigem Bleiacetatuiederschlag (Q) kann durchBleiessig, nach längerem Stehen, eine weitere, sehr giftige Verbindung, das<}uillaja-Sapotoxhi: C"H i6 0" +- H 2 0 (nach Kruskal), gefällt werden.Über letzteres ist chemisch jedoch bisher nur wenig bekannt. Das ausdiesem Bleiniederschlag entsprechend der Quillajasäure dargestellte Sapotoxinbildet ein weißes, amorphes, brennend und kratzend schmeckendes Pulver,dessen Staub zum Niesen reizt. Es löst sich leicht in Wasser, schwer inabsolutem Alkohol, gar nicht in Äther. • In verdünntem Alkohol löst es sichin der Wärme reichlich auf, ebenso in einem Gemisch von 1 Tl. absolutemAlkohol und 4 Tln. Chloroform. Diese Lösungen reagieren neutral. Diewässerige Sapotoxinlösung schäumt stark. Konzentrierte Schwefelsäure löst■das Sapotoxin allmählich mit gelbroter Farbe.
J. Brand] gelang es, aus Quillajasäure und aus Quillaja-Sapo-toxin dasselbe Sapogenin: C 33 H 5S 0 10 , und zwar im kristallisierten Zu-stande, zu isolieren. Das Bohsapogenin wurde zu diesem Zweck mit Essig-äther ausgekocht, die Lösung von Essigäther durch Destillation befreit undder Rückstand aus absolutem Alkohol umkristallisiert. Weiße, mikroskopischeNadeln.
3. Sapouine der Seiiegawurzel. Aus der Wurzel von Polygala Sencgasind von Atlas s, entsprechend der Quillajasäure und dem Sapotoxin, zweiStoffe isoliert worden, die Polygalasäure: C l9 H 30 O 10 , und das Senegin:Ci7 H 2o 0 io (naoll Kruska i) ) c 32 H 52 0 17 (nach Funaro), welche in ihremVerhalten mit ersteren Verbindungen große Ähnlichkeit zeigen.
4. Sapouiu der Konirade, Githagin, Agrostemma-Sapotoxiu: C 17 H S6 0 104" H 2 0, ähnelt in der Darstellung dem Quillaja-Sapotoxin. Das Agro-stemma-Sapotoxin bildet ein hellgelbes, in Wasser lösliches Pulver. DieLösung desselben wird durch Bleiacetat nicht gefällt, wohl aber durch Blei-essig und durch Barytwasser. Reine Schwefelsäure löst es mit gelber, all-