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2. Organische Chemie 2. Abt. (1911) Organische Verbindungen mit geschlossenem Kohlenstoffringe ...
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1995
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Saponine, Saponin aus Seifenwurzel.

1995

von Sapindus Saponaria (Kruskal); C 18 H' 2 "0 10 : Assainin der Samen vonThea chinensis var. assamica (Boorsma); C' 9 H a0 O 10 : Quillaja-Saponin,Polygalasäure, Herniaria-Saponin (s. unten); 0*?H**O&: Cyclamin (?)(s. S.1956), Sarsaparill-Saponin (s. S. 200+); C"H M 0 10 : Sarsasaponin( 8 . S.2003); C 26 H 44 0 10 : Smilacin (s. S. 2003), tu a. Sollten sich die vor-stehenden Formeln als richtig erweisen, so sind dieselben sämtlich noch mitdem Index n zu versehen, da die Molekulargröße der Saponine eine vielorößere ist, als es durch jene Formeln zum Ausdruck gelangt.

Die Saponine tragen zum Teil schwach sauren Charakter: Saponin-säuren, zum Teil sind sie chemisch-indifferenter Natur: Sapotoxine; dieersteren werden durch neutrales Bleiacetat gefällt und durch Ammonium-sulfat leicht ausgesalzen, die letzteren erst durch Basisch Bleiacetat, zumTeil sogar erst durch Baryt wasser abgeschieden. Saponinsäuren und Sapo-toxine kommen häufig gleichzeitig in den betreffenden Pflanzen vor, so daßes den Anschein gewinnt, als ob dieselben zueinander in Beziehung stünden.

Konzentrierte Schwefelsäure löst die Saponine mit gelber, all-mählich in Rot, bisweilen auch in Blauviolett und Blaugriin übergehenderFarbe. Froehdesches Eeagens und Selenschwefelsäure (s. S. 1705)rufen bisweilen eine Violettfärbung hervor. Zur Erkennung der Saponinedient weiter das starke Schäumen der Lösung und die hämolytische Wirkungderselben. Fügt man die Lösung eines Saponins in 0,9 proz. Kochsalz-lösung zu einer Mischung von 1 ccm defibriniertem Blut und 100 ccm 0,9 proz.Kochsalzlösung (etwa 1 ccm), so lösen sich die roten Blutkörperchen all-mählich auf und wird die Mischung infolgedessen klar und lackfarben(s. auch S. 2000).

Bei der Hydrolyse mit verdünnten Säuren, die sich häufig nur langsamvollzieht, liefern die Saponine meist amorphe, in angesäuertem "Wasser un-lösliche, als Sapogenine bezeichnete Verbindungen, sowie Glycose, Galactoseund Pentosen. Die Sapogenine, von denen einige kristallisierbar sind, sindnoch schwieriger im reinen Zustande zu erhalten als die Saponine, da ihreZusammensetzung abhängig ist von den Versuchsbedingungen, unter denendie Hydrolyse zur Ausführung gelangt.

Eine nach ihrem Vorkommen als Saponin, Githagin, Monninin,Monesin, Poly galin, Quillajin, Senegin, Struthiinbezeichnete Saponin-substanz findet sich in vielen Pflanzen, namentlich in den Sileneen, vor. Sieist z. B. enthalten in der gewöhnlichen Seifenwurzel, der Wurzel von Sapo-naria officinalis (i bis 5 Proz.) 1 ), der levantinischen Seifenwurzel, der Wurzelvon Gypsophila Struthium (14 Proz.) 1 ), sowie in den Wurzeln mehrerer Di-anthus-, Lychnis- und Silenearten. Sie kommt ferner vor in der Wurzel vonPolygala Senega und von Monnina polystachia, in der Binde von QuillajaSaponaria (8.8 Proz.) 1 ) und von Chrysophyllum glycyphleum (Monesiarinde),in dem Samen der Kornrade, Agrostemma Githago (6,5 Proz.) 1 ), in den Früchtenvon Sapindus Saponaria, in den Wurzeln der Smilaxarten und wahrscheinlichnoch in vielen anderen Pflanzen (z. B. Anagallis arvensis, Arnica montana,Arum maculatum, Polypodium vulgare usw.). Ob diese einander sehr ähn-lichen Saponine verschiedenen Ursprungs identisch sind oder sich in gewisserBeziehung voneinander unterscheiden, ist zweifelhaft. Im nachstehendensollen nur einige der eingehender untersuchten Saponine, differenziert nachihrem Ursprung, beschrieben werden.

1. Saponill aus Seifenwurzel ist das am längsten bekannte Saponin;es wurde 1807 von Schrader in Saponaria officinalis entdeckt. Zur Dar-

l ) Nach J. Christophsohn.