1928
Bestimmung des Cantharidins.
glase mit 150 g Chloroform und 2 com Salzsäure von 25 Proz., läßt das Ge-misch unter häufigem TJmschütteln 24 Stunden lang stehen und filtriert als-dann 102 g der Chloroformlösung (= 10 g spanische Fliegen) durch eintrockenes Filter gut bedeckt in ein genau gewogenes leichtes Kölbchen.Hierauf destilliert man das Chloroform bei mäßiger Wärme vollständig ab,übergießt den Destillationsrückstand (R) nach dem vollständigen Erkaltenmit 10 com Petroleumbenzin und läßt die Mischung unter zeitweiligem Um-schwenken 12 Stunden lang in dem geschlossenen Gefäße stehen. Alsdannfiltriert man die Flüssigkeit durch ein im Wassertrockenschrank getrocknetes,gewogenes Filter von 5 cm Durchmesser, das mit Petroleumbenzin durch-feuchtet ist, übergießt das Ungelöste unter Umschwenken viermal mit je5 com Petroleumbenzin und filtriert auch dieses durch dasselbe Filter, ohnedabei auf die an den Wandungen des Kölbchens haftenden Kristalle Rück-sicht zu nehmen. Nachdem die Bänder des Filters noch durch Auftropfenvon 5 com Petroleumbenzin ausgewaschen sind, trocknet man das Kölbchenund das Filter bei 30 bis 40°. Hierauf wäscht man das Kölbchen und dasFilter mit kleinen Mengen Wasser, dem auf je 10 com ein Tropfen Am-moniumcarbonatlösung zugefügt ist, so lange aus, bis die ablaufende Flüssig-keit kaum noch gefärbt erscheint, und wäscht schließlich noch einmal mit5 com Wasser nach. Nach dem Austropfen des Kölbchens und dem voll-ständigen Abtropfen des Filters trocknet man beide zunächst bei 40 bis 50°,bringt dann das Filter mit Inhalt in das Kölbchen und trocknet noch solange im Wassertrockenschrank, bis keine Gewichtsabnahme mehr erfolgt.Das Gewicht des kristallinischen Rückstandes muß mindestens 0,08 g betragen,was einem Mindestgehalt von 0,8 Proz. Cantharidin entspricht.
Das Pulver von normal getrockneten, guten Canthariden liefert nachobigen Angaben gewöhnlich direkt ein kristallisiertes, nur wenig gefärbtesCantharidin. Jedoch kommen auch Cantharidenpulver im Handel vor, heidenen dies nicht der Fall ist. Sollte das isolierte Cantharidin nicht gutkristallinisch, sondern harzig und dunkel gefärbt sein, so zieht man eswiederholt mit heißem Aceton aus, filtriert die Lösung durch ein kleinesFilter in ein gewogenes, leichtes Kölbchen, wäscht das Filter usw. mit Acetonnach, verdampft das Aceton bei mäßiger Wärme und trocknet den Rück-stand zunächst bei 40 bis 50° und schließlich im Wassertrockenschranke biszum konstanten Gewicht.
Zum Extrahieren der Canthariden kann im letzteren Falle au Stelle der150 g Chloroform auch zweckmäßig ein Gemisch aus 55 g Petroleumbenzinund 95 g Benzol Verwendung finden.
Soll in dem Cantharidenpulver nur das freie Cantharidin bestimmtwerden, so ist dasselbe ohne Zusatz von Salzsäure mit Chloroform zu extrahieren.
Zur Bestimmung des Cantharidins in der Tinctura Cantha-ridum verdampft man 50 g davon, nach Zusatz von 50 ccm Wasser und1 ccm Natriumcarbonatlösung (1 -j- 2), in einem Schälchen im Wasserbade zurTrockne, Den Verdampfungsrückstand weicht man alsdann mit 5 ccm Wasserauf, bringt die Lösung in einen Scheidetrichter, spült das Schälchen zunächstmit möglichst kleinen Mengen Wasser und schließlich mit 2 ccm Salzsäurevon 25 Proz. nach. Die vereinigten, sauer reagierenden Flüssigkeiten schüttleman hierauf mit 10 ccm und dann noch dreimal mit je 5 ccm Chloroformaus, bringe die Chloroformlösungen nach vollständiger Klärung in ein Kölb-chen, verdunste das Chloroform bei mäßiger Wärme, verjage die letztenReste mit Hilfe eines kleinen Blasebalgs und behandle den Rückstand (R)wie oben angegeben ist. Das schließlich erhaltene Cantharidin ist hier nochdurch Lösen in Aceton zu reinigen.