1918
Anacardsäure, Cardol.
Eisessiglösung wird es durch eingeleiteten Jodwasserstoff in Dihydro-xanthoxylin-N: C I!, H 16 0 4 , verwandelt; weiße, bei 142 bis 143° schmelzendeNadeln (Gordin).
Xanthoxyliu ■ S: C l4 H I2 0 4 , findet sich in Xanthoxylon carolinianum..Dasselbe bildet weiße, bei 119 bis 120° schmelzende Kristalle (Gordin).
Anacardsäure: C 22 H a2 0 3 , ist nach Staedeler neben Cardol: C 21 H S0 O ! „in der braunen, öligen Substanz enthalten, welche sich zwischen den Lamellender Acajounuß oder westindischen Elefantenlaus, der Erucht von Ana-cardium occidentale, befindet. Um dieselbe darzustellen, wird das von demKern getrennte Pericarpium mit Äther extrahiert, der ätherische Auszug-verdunsfet und der Rückstand mit Wasser gewaschen. Die aus etwa 90 Proz.Anacardsäure und 10 Proz. Cardol bestehende Masse wird alsdann in der15- bis 20fachen Menge Alkohol gelöst, die Lösung mit frisch gefälltem Blei-hydroxyd so lange digeriert, bis alle Anacardsäure gefällt ist und die Lösungnicht mehr sauer reagiert. Der Niederschlag von anacardsaurem Blei wirdgesammelt, mit Alkohol sorgfältig ausgewaschen und hierauf unter Wassermit Schwefelammonium zerlegt. Aus dem Eiltrat scheidet sich die Anacard-säure auf Zusatz von Schwefelsäure als weiche, allmählich erstarrende Masseaus. Zu ihrer Reinigung wird sie alsdann in Alkohol gelöst, die Lösung mitWasser bis zur beginnenden Trübung versetzt und hierauf tropfenweise soviel Bleiessig zugefügt, als dadurch noch Farbstoff als dunkles Öl ab-geschieden wird. Das Eiltrat kocht man dann mit Baryumcarbonat, filtriertdie Mischung nach 12 stündigem Stehen und fällt nach Zusatz von starkem.Alkohol die Anacardsäure abermals mit einer alkoholischen Lösung von Blei-acetat aus. Der Niederschlag ist alsdann zu sammeln, mit Alkohol zuwaschen, mit alkoholischer Schwefelsäure zu zerlegen und aus dem durchAbdestillieren konzentrierten Filtrat die Anacardsäure durch Wasser zufällen. Die Anacardsäure bildet eine weiße, kristallinische, bei 20° schmel-zende, geruchlose Masse, welche auf Papier Eettflecke macht. In Wasser istsie unlöslich, in Alkohol und Äther ist sie leicht, und zwar mit saurerlteaktion löslich. Ihre Salze sind amorph. Sie ist eine einbasische Säure.
Cardol: C !1 H J O s (nach Staedeler), C 32 H b0 O 3 , H 2 0 (nach Spiegelund Dobrin), wird aus der anacardsäurefreien Elüssigkeit (s. oben) erhalten,indem man dieselbe mit Wasser bis zur beginnenden Trübung und dann mitetwas Bleiacetat versetzt. Hierauf kocht man die Mischung auf, tröpfelt.Bleiessig bis zur Entfärbung zu, trennt den abgeschiedenen klebrigen Nieder-schlag, entbleit die Flüssigkeit durch Zusatz von Schwefelsäure, verdunstet,das Filtrat und wäscht endlich das zurückbleibende Cardol mit Wasser. DasCardol ist eine gelbliche, in dickeren Schichten rötlich erscheinende, öligeElüssigkeit von 0,978 spez. Gew. bei 23°. Es besitzt neutrale Reaktion undeinen schwachen, namentlich beim Erwärmen hervortretenden, angenehmenGeruch. An der Luft nimmt es allmählich eine dunklere Färbung an. Esist unlöslich in Wasser, leicht löslich dagegen in Alkohol und in Äther. Aufdie Haut gebracht, verursacht es Blasen und Eiterung. Es läßt sich nichtunzersetzt verflüchtigen; angezündet, brennt es mit rußender Flamme. Kalte,konzentrierte Salpetersäure verwandelt das Cardol in ein ziegelrotes Pulver.Beim Kochen mit starker Salpetersäure resultiert ein in Wasser löslicher undein in Wasser unlöslicher Teil; ersterer soll die zweibasische Cardolsäure:CH'^", enthalten, aus letzterem soll durch weitere Oxydation mit KMnO*in alkalischer Lösung die einbasische Cardensäure: C'^H 24 © 5 , entstehen.Konzentrierte Schwefelsäure löst es mit blutroter, konzentrierte Kalilaugemit gelber, an der Luft allmählich in Blutrot übergehender Farbe. Bei der