Isomere des Nicotins.
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Isomere des Nicotins.
Außer dem naturellen Nicotimin sind folgende, künstlich dargestellteBasen der Formel C W H"N 8 bekannt:
Meta-Nicotin: C l0 H u N 2 . Wird Nicotin mit der doppelten MengeBenzoylchlorid bis zum Sieden erhitzt, so wird, anscheinend unter Aufspaltungdes Pyrrolidinringes, Benzoyl-Meta-Nicotinchlorid: 0 10 H 14 N 2 Ol. C 7 H 5 0, gebildet.Durch Behandlung mit Natriumäthylat wird aus letzterer Verbindung HClabgespalten und C 10 H™N 2 . C T H b O als honiggelbes Öl abgeschieden. Durch12- bis 24stündiges Erhitzen mit Salzsäure von 25 Proz. auf 100° resultiert ausletzterem Produkt dann Meta-Nicotinhydrochlorid. Das freie Meta-Nicotinbildet ein farbloses, optisch-inaktives, bei 275 bis 278° siedendes Ol, welchesin "Wasser sehr leicht löslich ist, durch starke Natronlauge jedoch wiederaus dieser Lösung abgeschieden wird. Es riecht schwächer als Nicotin undist mit "Wasserdämpfen schwer flüchtig. Aus den stark alkalisch gemachtenLösungen seiner Salze wird es von Äther nur langsam extrahiert. Das Meta-nicotin ist eine sekundäre Base. Durch Natrium in alkoholischer Lösungwird das Meta-Nicotin zu Hexahydrometanicotin: C'H'^N*, Siedep. 248bis 250°, und zu Octohydrometanicotin: C 1U H 22 N 2 , Siedep. 258 his 260°reduziert. Das Goldsalz des Meta-Nicotins: CWN 2 , 2 HCl + 2 AuCl 3 , bildettiefgelbe, bei 160° schmelzende Prismen. Acetyl-Meta-Nicotin entsteht beimErhitzen von Nicotin mit Essigsäureanhydrid auf 160 bis 170° (Pinner).
Isonicotin: C l0 H 14 N 2 , entsteht durch Reduktion des Para-Dipyridyls:C : 'H 4 N—C'H'N, mittels Zinn und Salzsäure. Das Para-Dipyridyl entstehtneben Dipyridin: C'°H 10 N 2 , bei der Einwirkung von Natrium auf Pyridin.Es kristallisiert aus heißem Wasser mit 2 Mol. H 2 0; wasserhaltig schmilztes bei 73°, wasserfrei bei 114°. Das Isonicotin bildet eine farblose, kristal-linische Masse, welche in reinem Zustande geruchlos ist. Es schmilzt bei78° und siedet über 260°. Es ist sehr hygroskopisch, zeigt stark alkalischeReaktion und wirkt ätzend auf die Haut. Seine Giftigkeit ist geringer alsdie des Nicotins. Durch Kaliumpermanganat wird es zu Isonicotinsäure:C : 'H 4 N—CO.OH (s. S. 1502), oxydiert (Weidel, Russo).
Nicotidin: C l0 H l4 N 2 , wird durch Reduktion von Meta-Dipyridyl:C 5 H 4 N—C 5 H 4 N, erhalten. Letzteres entsteht durch Destillation der Dipyridyl-dicarbonsäure, dem Oxydationsprodukt des Phenanthrolins (s. S. 1539), als einezerfiießliche, bei 68° schmelzende, kristallinische Masse. Das Nicotidin ist eindickes, hellgelbes, narkotisch riechendes, bei 287 bis 289° siedendes Öl, welchesleicht in Wasser und Alkohol, schwer in Äther löslich ist. Es besitzt starkalkalische Reaktion und stark giftige Eigenschaften (Skraup, Vortmann).
"Von den vorstehenden Isomeren des Nicotins ist das Isonicotin alsHexahydro-Para-Dipyridyl, das Nicotidin als Hexahydro-Meta-Dipyridyl an-zusehen. Es ist jedoch bisher unbewiesen, ob hierbei, entsprechend demÜbergang des Pyridins in Piperidin (s. S. 1507) die Wasserstoffanlagerung nuran einem der beiden Pyridinkerne erfolgt oder gleichzeitig an beiden. DasMeta-Nicotin ist infolge der Aufspaltung des Pyrrolkernes im Nicotin-molekül als Pvridyl-Methylbutylenamin zu betrachten:
CH—CH' 2
HG
II
HC
C
CH HC
/\
CH
CHHC^^C-----C
CH
aCH hc x ,ch
N N
(y-) Para-Dipyridyl
CH
ICH
CH
HC/^C-CH CH 2
HCv aCHHCv x.N N
(ß-) Meta-Dipyridyl
Ha .CHNMeta-Nicotin
NH
ICH 3