Nachweis der Alkaloide in toxikologischen .Fällen.
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räum zwischen Intoxikation und Tod, so ist hei vielen Alkaloiden auch derDarm, das Blut, hisweilen auch die Leber, die Niere, die Milz und der Harnzur Untersuchung mit zu verwenden. Ist das Untersuchungsohjekt bereitsin starke Fäulnis übergegangen, so kann die Mehrzahl der Alkaloide, ihrerleichten Zersetzbarkeit wegen, kaum noch nachgewiesen werden. EinigePflanzenbasen, wie z. B. das Strychnin, zeichnen sich allerdings durch großeBeständigkeit aus.
Das gewöhnlich zur Ausmittelung von Alkaloiden zur Anwendungkommende Verfahren beruht darauf, daß die Salze der Pflanzenbasen,namentlich bei Gegenwart von freier Säure, in Wasser leicht löslich sindund diesen Lösungen, mit sehr wenigen Ausnahmen, durch Schütteln mitÄther, Chloroform, Amylalkohol, Benzol usw. nicht entzogen werden, währenddurch letztere Lösungsmittel Fette, Farbstoffe und andere die Alkaloidsalz-lösungen verunreinigende Stoffe aufgenommen werden. Setzt man aber dieAlkaloide durch Zusatz von Natronhydrat oder Natriumcarbonat aus ihrenSalzen in Freiheit und schüttelt die betreffenden Flüssigkeiten alsdann vonneuem mit jenen Lösungsmitteln, so werden sie von letzteren aufgenommenund bleiben beim Verdunsten dieser Auszüge in größerer oder geringererReinheit zurück. Sollte die aufzusuchende Pflanzenbase hierbei noch nichtin genügender Reinheit zurückbleiben, so läßt sich dieselbe dadurch weiterreinigen, daß man den Verdunstungsrückstand in säurehaltigem Wasser löst,dieser Lösung nach der Filtration durch Ausschütteln mit Äther usw. dieVerunreinigungen entzieht und alsdann aus derselben, nachdem sie alkalischgemacht ist, durch erneutes Ausschütteln mit Äther usw. das Alkaloid extra-hiert. Auf den angegebenen Prinzipien basieren die Ausmittelungsverfahrenvon Stas, von Erdmann und v. Uslar, von Dragendorf f, von Otto usw.
Das von J. und B. Otto modifizierte und verbesserte Verfahren vonStas, welches bei sorgfältiger Handhabung stets befriedigende Resultateliefert, wird in folgender Weise angewendet: Das sorgfältig zerkleinerteUntersuchungsobjekt wird mit der doppelten Menge starken Alkohols über-gössen und nach dem Zusatz von Weinsäure bis zur entschieden saurenReaktion einige Zeit bei mäßiger Wärme digeriert; wird die Gegenwart vonPhysostigmin vermutet, so ist die Digestion bei gewöhnlicher Temperaturund bei Abschluß von Licht vorzunehmen. Nach dem Erkalten wird derAuszug filtriert, der Rückstand mit Alkohol nachgewaschen und von neuemin gleicherweise mit weinsäurehaltigem Alkohol extrahiert. Die vereinigtenfiltrierten Auszüge werden hierauf bei sehr mäßiger Wärme (30 bis 40°),auf ein kleines Volum verdunstet, der Rückstand durch ein kleines, mitWasser angefeuchtetes Filter filtriert und alsdann zur Extraktkonsistenz(anfänglich bei 30 bis 40°, schließlich über Schwefelsäure) eingedampft. Denhierbei verbleibenden Rückstand vermischt man allmählich mit so vielabsolutem Alkohol, daß durch weiteren Zusatz keine neue Abscheidung mehrerfolgt, filtriert hierauf von neuem, verdunstet das Filtrat abermals in obigerWeise und nimmt den Verdunstungsrückstand mit wenig Wasser auf. Dieeventuell abermals filtrierte Lösung (L) wird hierauf mit dem gleichen Volumalkoholfreien Äthers in einem kleinen, geradwandigen Scheidetrichter einigeZeit tüchtig geschüttelt, der Äther nach vollzogener vollständiger Klärungvon der wässerigen Flüssigkeit getrennt und letztere sodann von neuem mitÄther ausgeschüttelt. Letztere Operation ist so oft zu wiederholen, als derÄther noch gefärbt erscheint bzw. von demselben noch etwas gelöst wird.Der nach dem Verdunsten des Äthers verbleibende Rückstand wird hieraufzur Entfernung der mitgelösten Weinsäure mit verdünnter Natronlauge an-nähernd neutralisiert (er reagiere noch sauer), von neuem mit Äther aus-