Druckschrift 
2. Organische Chemie 2. Abt. (1911) Organische Verbindungen mit geschlossenem Kohlenstoffringe ...
Entstehung
Seite
1505
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Pyridintriearbonsäuren, Pyridintetracarbonsäuren usw.

1505

Pyridintriearbonsäuren: C 5 H 2 N(CO . OH) 3 .

1. «, ß, y-Pyridintricarbonsäure: N:CO.OH:CO.OH:CO.OH= 1:2:3:4 (Carbocinchoineronsäure), wird gebildet bei der Oxydation-von Chinin, Chinidin, Cinchonin, Cinchonidin (Hoogewerff, van Dorp)und Papaverin (Goldschmiedt) mittels Kaliumpermanganat. Sie bildetdurchsichtige, im auffallenden Licht sehwach grünlich gefärbte, tafelförmigeKristalle, welche l'/ 2 Mol. Kristallwasser enthalten. Beim Erhitzen schwärztsie sich gegen 200° und schmilzt ungefähr bei 249°. Sie löst sich ziemlichleicht in heißem, weniger leicht in kaltem "Wasser. In Äther und Benzolist sie kaum löslich. Beim Kochen mit Eisessig wird sie in CO 8 und Cin-chomeronsäure gespalten. Mit Eisenoxydulsalzen liefert sie eine rote Fär-bung. Vorstehender Pyridintricarbonsäure sehr ähnlich, jedoch nicht damitidentisch, ist die bei der Oxydation des Berberins mittels Salpetersäure ent-stehende Berberonsäure: C'H'NO 6 (ß, y, «'-Pyridintricarbonsäure). Letztereschmilzt bei 234°. Sie kristallisiert mit 2 Mol. H 2 0 und wird durch FeCl 3blutrot gefärbt (Weidel, Fürth).

2. «, /3, ^'-Pyridintricarbonsäure: N : CO . OH : CO . OH : CO . OH= 1:2:3:5, aus /5-Äthylchinolin und /J-Chinolincarbonsäure durch Oxydationmit KMnO 4 entstehend, ist schwer löslich in Wasser, leicht löslich inAlkohol. Kugelige, 2 Mol. H 2 0 enthaltende Aggregate. Schmelzp. 323°.

in CO 2 und Dinicotinsäure (s. oben). Wird durch Ferrosulfat rot

Zerfälltgefärbt.3.= 1:2;

a, y, «'-Pyridintricarbonsäure: N : CO . OH : CO . OH : CO . OH:4:6 (Carbolutidinsäure, Trimesitinsäure), durch Oxydationvon symmetrischem Collidin oder von Uvitoninsäure (s. oben) mit KMnO 4entstehend, kristallisiert mit 2 Mol. H*0 in leicht löslichen Tafeln. Schmelzp.227°. Zerfällt in CO 2 und Isonicotinsäure. Ferrosulfat ruft eine violettroteFärbung hervor.

4. «, ß', «'-Carboisocinchomeronsäure kristallisiert mit 2 Mol. H 2 (>in leicht löslichen Tafeln. Verkohlt bei 261°. Zerfällt in CO" und Isocin-chomeronsäure. Ferrosulfat färbt ihre Lösung carminrot.

Pyridintetracarbonsäuren: C 5 HN(CO.OH) 4 , sind ebenfalls in mehrerenIsomeren bekannt, wogegen von der Pyridinpentacarbonsäure: C 5 N(CO. OH) 5 , nur ein Vertreter existiert. Letztere Säure entsteht aus Collidindi-carbonsäure durch Oxydation mit Kaliumpermanganat. Leicht in Wasserlösliche Kriställchen.

Pyridyl-«-Milchsäure: C 5 H 4 N— CH 2 — CH . OH—CO . OH, wird ausdem Kondensationsprodukt von «-Picolin und Chloral: C 5 H 4 ]Sr—CH 2 —CH• OH—CCl a , durch Kochen mit Sodalösung erhalten. Farblose, bei 124 bis125° schmelzende Prismen. Wird obiges Chloralkondensationsprodukt mitalkoholischer Kalilauge gekocht, so resultiert Pyridyl-re-Acrylsäure:C'H 4 *!—CH=CH—CO.OH; farblose, in kaltem Wasser fast unlösliche, bei202,5° schmelzende Nadeln.

Über das dem Pyridin nahestehende Pyrazin: C 4 H'K ! , s. S. 776, überdas Pyron: C'H'O 2 , S. 761.

Homologe des Pyridins.

Picoline: C a H 7 N. «-Picolin: ^H^CHON («-Methylpyridin), ist

ebenso wie die übrigen Picoline isomer mit dem Anilin. Es findet sich im

Tieröl (Anderson), im Buchenholzteer (Freese) und Steinkohlenteer

(Goldschmidt, Constam). Es entsteht beim Erhitzen von Aldehyd mit

Schmidt, Pharmazeutische Chemie. II. nn

\