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2. Organische Chemie 2. Abt. (1911) Organische Verbindungen mit geschlossenem Kohlenstoffringe ...
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Pyridinbetain, Trigonellin.

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Pyridinbetain: C'H'NO' -f H 2 0 oder C 5 H 5 N<°£!>C0 + H ! O, ent-steht als salzsaures Salz beim Erhitzen von 1 Tl. Pyridin mit 2 Tln. Mono-chloressigsäure im Wasserbade (Vongerichten). Ein basisches Hydrochloridentsteht, wenn Pyridin und Monochloressigsäure in absolut alkoholischerLösung bei gewöhnlicher Temperatur aufeinander einwirken (Reitzenstein).Ersteres: C'H'UO 1 , HCl, bildet glänzende, bei 202° schmelzende, rhombischeTafeln, die leicht in Wasser, schwer in Alkohol löslich sind. Letzteres:2C 7 H 7 NO ! , HCl, kristallisiert in rhombischen Prismen von ähnlichen Lös-lichkeitsverhältnissen. Die wässerige Lösung des Hydrochlorids färbt sichauf Zusatz von Natriumamalgam blau. Diese Färbung verschwindet beimSchütteln mit Luft, tritt jedoch beim Erwärmen wieder ein. Das freiePyridinbetain (durch Ag'O abgeschieden) bildet hygroskopische Tafeln. DasPlatindoppelsalz: (C'H'NO'. HCl^PtCl 4 , bildet orangerote, derbe, bei 215°schmelzende Kristalle, die in kaltem Wasser ziemlich leicht löslich sind.Das Golddoppelsalz schmilzt bei 165°.

Pyridincholin wird als Hydrochlorid: C s H 6 N(0 2 H 4 . OH)Cl, erhaltenbei achtstündigem Erhitzen gleicher Teile Pyridin und Athylenchlorhydrin(Coppola). Farblose, zerfließliche Prismen. Das bei 179° schmelzendePlatindoppelsalz des Pyridineholins geht bei halbstündigem Kochen mitSalpetersäure von 1,48 spez. Gew. in das Platindoppelsalz des stark giftigenPyridinmuscarins: [C'H'N . C 1! H 3 (OH) s Cl]' l PtCl 4 , über. Letzteres bildetschwer lösliche orangegelbe Nadeln. Durch Oxydation mit Chromsäure wirddas Pyridincholin in Pyridinbetain verwandelt.

,CO-

Trigonellin : C 7 H 7 NO ! + H ! 0 oder C 5 H 4 <^"J^>0 -f H 2 0

(Methylbetai'n der Nicotinsäure), findet sich (E.Jahns) in dem Samenvon Trigonella foenum graecum (0,13 Proz.), sowie in den Erbsen, in demHanfsamen, in dem Hafer (E. Schulze), in den Kaffeebohnen (Polstorff),in den Strophantussamen (Thoms) und in der Wurzel von Strophantus hispidus(Karsten). Zur Darstellung desselben werden die gepulverten Trigonellasamenmit Alkohol von 70 Proz. extrahiert, der Alkohol von den Auszügen abdestilliert,die rückständige Flüssigkeit mit Bleiessig und Soda ausgefällt und das Filtratdurch H 2 S entbleit. Nach dem Eindampfen zum dünnen Sirup wird hieraufdas Trigonellin durch konzentrierte Quecksilber}odid-Jodkaliumlösung (nachdem Ansäuern mit H 2 SO') ausgefällt und das allmählich ausgeschiedeneDoppelsalz durch Ag*0 zerlegt (s. Musearin). Synthetisch wird das Tri-gonellin nach E.Jahns erhalten, indem man Nieotinsäure mit einem MolekülKOH zur Trockne verdampft und den Rückstand mit überschüssigem CH J Jauf 150" erhitzt. Das hierbei gebildete Jodmethylat des Nicotinsäuremethyl-äthers: C 6 H"NCO.OCH 3 , CH 3 J, wird sodann mit feuchtem Ag 2 0 digeriertund das Filtrat vorsichtig eingedampft. Das Trigonellin bildet farblose, inWasser leicht, weniger leicht in Alkohol lösliche Nadeln, die wasserfrei bei218" schmelzen. In Äther und in ChloroEorm ist es nicht löslich. Mit Säurenverbindet es sich zu kristallisierbaren Salzen. Das Golddoppelsalz: C'H'NO 2HCl + AuCl J , schmilzt bei 198".

Das Methylbetain der Picolinsäure: C 7 H'NO ! , aus Picolinsäureentsprechend dem Trigonellin dargestellt, bildet zerfließliche Nadeln.

Von dem Pyridin leiten sich durch Ersatz eines oder mehrerer Wasser-stoffatome durch die Gruppe CO. OH eine Anzahl von Säuren,Pyridin-carbonsäuren", ab, welche zum Teil in naher Beziehung zu einigenAlkaloiden stehen, aus denen sie durch Oxydation mit KMnO 4 , HNO 1 undCrO 3 entstehen. Beim Erhitzen mit Atzkalk liefern sie sämtlich Pyridin.

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