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2. Organische Chemie 2. Abt. (1911) Organische Verbindungen mit geschlossenem Kohlenstoffringe ...
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Gerbstoffe.

59,7 Proz. von siedendem Alkohol (Fluavil, Albane, Albanane, s. S. 1468)gelöst. Die Albane bestehen zum Teil aus Zimtsäureestern. Außer diesenStoffen enthält das Chicle-Gummi auch Gutta (Tschireh, Schereschewski),

I. Gerbstoffe.

Unter dem Namen Gerbstoffe, Gerbsäuren oder Tannoide pflegt maneine Anzahl wenig charakterisierter, stickstofffreier, aus Kohlenstoff, Wasser-stoff und Sauerstoff bestehender, im Pflanzenreich sehr verbreitet vorkommen-der, meist amorpher Verbindungen zusammenzufassen, welche sich durch ver-schiedene gemeinsame Eigenschaften kennzeichnen. Sie sind in Wasser undAlkohol löslich, besitzen einen herben, adstringierenden Geschmack, werdendurch Eisenoxydsalze blauschwarz oder grün gefärbt, fällen Leim- undAlkaloidsalzlösungen und gehen mit den leimgebenden Geweben dertierischen Haut unlösliche, der Fäulnis widerstehende Ver-bindungen ein Leder. Die Lösungen der Gerbstoffe reagieren schwachsauer und werden durch die meisten Metallsalze gefällt. Die Gerbstoffetragen somit den Charakter schwacher Säuren, und zwar anscheinend denvon Phenolsäuren, bzw. von anhydridartigen Derivaten derselben. MitFormaldehyd liefern die Gerbstoffe, unter Abspaltung von Wasser, un-lösliche Methylenverbindungen. Bei der trockenen Destillation erleiden sieeine Zersetzung; unter den dabei auftretenden Produkten befindet sich häufigBrenzcatechin: C 6 H 4 (0H) 8 , bisweilen auch Pyrogallol: C 6 H 3 (OH) 3 . BeimKochen mit verdünnten Mineralsäuren oder ätzenden Alkalien erleiden dieGerbstoffe eine Spaltung, indem sie häufig neben Zucker, rote, amorphe, inWasser unlösliche, in Alkohol und in ätzenden Alkalien lösliche StoffePhlobaphene liefern. Letztere Spaltungsprodukte kommen zum Teil,entstanden durch Enzymwirkung, bereits fertig gebildet in den betreffendenPflanzen vor. Beim Schmelzen mit Kalihydrat liefern die Gerbstoffe, bzw.die Phlobaphene, aromatische Verbindungen, und zwar die meisten Phloro-glucin: C"H 3 (OH) 3 , und Protocatechusäure: C'H s (OH) ! CO.OH.

Über die Bolle, welche die Gerbstoffe in dem Organismus der Pflanze,speziell beim Assimilationsprozesse derselben, bzw. bei der Überführung derStärke vom Orte der Bildung nach dem der Aufspeicherung, spielen, lassensich zurzeit positive Angaben noch nicht machen. Nach G. Kraus ist dieBildung des Gerbstoffes in der Pflanze zum größten Teil an die Bedingungender Assimilation geknüpft, d. h. an die Gpgenwart von Licht, Kohlensäureund Chlorophyll. In panachierten Blättern findet keine Gerbstoffbildung statt.Die Gerbstoffbildung im Blatt scheint mit einem Prozeß zusammenzuhängen,der neben dem Assimilationsprozeß des Kohlenstoffes herläuft. Der in denBlättern gebildete Gerbstoff verschwindet bei den einjährigen Gewächsendurch Ableitung in den Wurzelstock, wo derselbe niedergelegt wird. Beidem im nächsten Jahre stattfindenden Austreiben neuer Organe wird letztererGerbstoff nicht wieder in den Stoffwechsel gezogen, vielmehr findet noch eineVermehrung desselben durch Neubildung im Dunkeln statt. In den Bäumenwandert der Gerbstoff, der in den Blättern gebildet wird, in die Zweige undin die Achsenorgane. Der Zweiggerbstoff erleidet in den Wintermonaten keineVeränderung, im Frühling findet sogar noch eine geringe Vermehrung des-selben statt. Weitaus der größte Teil des Blattgerbstoffes geht in die mehr-jährigen Achsenteile, in die Aste, den Stamm und auch die Wurzel über