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Kautschuk.
Auswalzen Platten geformt, aus denen dann durch weitere OperationenKautschukgegenstände der verschiedensten Art hergestellt werden.
Da das gereinigte Kautschuk die Eigenschaft besitzt, unter 0° hart undschon gegen 50° weich zu werden, so wird hierdurch seine direkte Anwen-dung für verschiedene Zwecke unmöglich gemacht. Verbindet man dagegendas Kautschuk in geeigneter Weise mit Schwefel, so werden nicht alleindiese unangenehmen Eigenschaften beseitigt, sondern es erlangt unbeschadetseiner Elastizität und Dehnbarkeit, auch gleichzeitig eine größere Wider-standsfähigkeit gegen Lösungsmittel und gegen chemische Agenzien. DieHerstellung von geschwefeltem oder vulkanisiertem Kautschuk ge-schieht entweder durch direkte Vereinigung von Kautschuk und Schwefel,oder durch Behandeln des Kautschuks mit Schwefelverbindungen, die leichteinen Teil ihres Schwefelgehaltes abgeben (Kaliumpolysulfid, Chlorschwefel).Zu diesem Zweck wird pulverförmiger Schwefel in das erweichte Kautschukeingeknetet oder das Kautschuk in geschmolzenen Schwefel einige Zeit ein-getaucht und hierauf die auf die eine oder die andere Weise mit Schwefeldurchsetzte Masse kurze Zeit einer Temperatur von 130 bis 140° ausgesetzt.Um das Kautschuk durch Behandlung mit Schwefelverbindungen zu vulkani-sieren, taucht man dasselbe bzw. die daraus gefertigten Gegenstände kurzeZeit in eine kalte Lösung von Chlorschwefel in Schwefelkohlenstoff (1 Tl.S 2 C1 2 auf 40 Tle. CS 2 ) oder in eine auf 140° erhitzte Lösung von Fünffach-Schwefelkalium ein. Das auf diese Weise behandelte Kautschuk wird hieraufmit lauwarmem Wasser gewaschen und schließlich getrocknet.
Außer Schwefel werden dem Kautschuk auch häufig noch andere Stoffezugesetzt, und zwar teils zum Eärben, teils zum Beschweren desselben, wieTalkpulver, Kreide, Zinkoxyd, Blei weiß, Bleiglätte, Fünf fach - Schwefel-antimon, Zinnober, Kienruß, Schwerspat usw. Für besondere Zwecke erfährtdas Kautschuk auch Zusätze von Schellack, Harz, Sand, Schmirgel, Feuer-stein usw.
Das vulkanisierte Kautschuk bildet eine elastische, biegsame, graueMasse, welche beim Erwärmen nicht klebrig und beim Abkühlen unter 0°nicht hart wird. Das Weichkautschuk enthält 2 und mehr Proz. Schwefelchemisch gebunden (hei Anwendung von S 2 C1 2 als Sulfochlorid) und 5 bis15 Proz. Schwefel mechanisch beigemengt. Der mechanisch beigemengteSchwefel wird ihm durch Kali- oder Katronlauge, sowie durch Schwefel-kohlenstoff, Terpentinöl und Benzol entzogen. Bei sehr langer Aufbewahrungund bei längerem Erhitzen wird das vulkanisierte Kautschuk, besonders imstark geschwefelten Zustande, hart und spröde.
Als Hartgummi, Ebonit, Vulkanit, gehärtetes oder hornartigesKautschuk bezeichnet man Kautschuk, welches mit der Hälfte seines Ge-wichtes an Schwefel innig gemischt und dann zu Blättern ausgewalzt, zu-nächst auf 100° und schließlich auf 150" erhitzt ist. Das Hartgummi, welches25 bis 34 Proz. chemisch gebundenen Schwefel enthält, bildet eine schwarze,hornartige Masse, welche bei gewöhnlicher Temperatur sich wie Hörn undElfenbein schneiden und bearbeiten läßt, bei 150° jedoch leicht dehnbar undwalzbar ist.
In seinem Äußern von dem Hartgummi abweichend, in seinen Eigen-schaften demselben jedoch sehr ähnlich, ist das sogenannte künstlicheElfenbein. Zu dessen Darstellung wird das gereinigte Kautschuk in ge-schlossenen Gefäßen in Chloroform gelöst und die Lösung alsdann so langemit Chlor behandelt, bis die Masse eine hellgelbe Farbe angenommen hat.Hierauf scheidet man das durch das Chlor veränderte Kautschuk durch Zu-satz von Alkohol als weiße Masse ab und versetzt es nach dem abermaligen