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Bernstein.
mutlich ein dem Fichtenharz ähnliches Harz, welches vermöge seiner weichenBeschaffenheit die in dem Bernstein häufig vorkommenden Insekten, Pflanzenund Pflanzenteile einschloß und erst im Laufe der Jahrhunderte durch dieBerührung mit dem Wasser seine gegenwärtige Form und Eigenschaften an-nahm. Dieses fossile Harz findet sich in größeren oder kleineren, rundlichenoder stumpf eckigen Stücken mit rauher Oberfläche besonders an den Küstender Ostsee (namentlich an der preußischen Küste von Danzig bis Memel),seltener an der Küste Englands, Siziliens, Syriens und Afrikas, sowie ineinigen Braunkohlenlagern. Die Gewinnung des Bernsteins geschieht durchGräberei in den Strandbergen, durch Schöpfen und Fischen am Strande,durch Baggern und durch Tauchen im Meer, sowie auf rein bergmännischeWeise. Die Farbe des Bernsteins ist weißlichgelb, gelb, grünlich, rötlichbis braun. Zum Teil ist er vollkommen durchsichtig, zum Teil nur durch-scheinend. Sein Bruch ist muschelig, opalartig bis glasglänzend. Sein spez.Gew. schwankt zwischen 1,05 und 1,10; seine Härte stimmt mit der desSteinsalzes und Gipses überein. Mit Wollenzeug gerieben, wird er negativelektrisch. Sein Wert schwankt je nach der Größe, der Farbe, der Reinheitund Durchsichtigkeit der Stücke. Die besseren Stücke dienen zur Herstel-lung von Perlen, sowie von Schmuck- und Luxusgegenständen; die wegenihrer Kleinheit oder TJnreinigkeit zur künstlerischen Verarbeitung ungeeig-neten Stücke, sowie die Abfälle finden zu pharmazeutischen Zwecken, zumBäuchern und zur Darstellung von Bernsteinsäure und Bernsteincolophonium(s. S. 520) Verwendung.
In Wasser ist der Bernstein unlöslich; auch Alkohol, Äther, Chloroformund Terpentinöl lösen in der Wärme nur l / 5 bis l / 4 davon auf. Von Di-chlorhydrin und Epichlorbydrin wird der Bernstein gelöst. Der Bernsteinenthält etwa 70 Proz. eines in Alkohol und Äther unlöslichen Harzes:Bernsteinbitumen oder Succinin, ferner wechselnde Mengen eines inAlkohol und Äther leicht löslichen und eines darin schwer löslichen Harzes,sowie wechselnde Mengen freier Bernsteinsäure und flüchtigen Öls l ). DieMenge der Aschenbestandteile beträgt nur etwa l / 5 Proz. Die Zusammen-setzung des weißen Bernsteins entspricht annähernd der Formel C^H^O.Beim Kochen mit Salpetersäure wird der Bernstein zersetzt; es bildet sicheine kleine Menge eines mit dem Laurineencampher in der Zusammen-setzung und in den Eigenschaften übereinstimmenden Camphers; beim Ein-
') Nach 0. Helm enthält der preußische Bernstein 17 bis 22 Proz. eines inAlkohol löslichen, bei 105° schmelzenden Harzes; 5 bis 6 Proz. eines in Alkoholunlöslichen, aber in Äther löslichen, bei 145° schmelzenden Harzes; 7 bis 9 Proz.in Alkohol und Äther unlöslichen, jedoch in alkoholischer Kalilauge löslichen, bei175° schmelzenden Harzes; 44 bis 60 Proz. Bernsteinbitmnen, welches in allenLösungsmitteln unlöslich ist, und 3,2 bis 8,2 Proz. Bernsteinsäure.
Nach E. Aweng enthält der Bernstein 30 Proz. alkohollösliche Bestandteile,nämlich 2 Proz. Borneoläther der Succinoabietinsäure und 28 Proz. freier Succino-abietinsäure: C^H'^O 5 , welche durch trockenes Chlorwasserstoffgas aus dieseralkoholischen Lösung als sehwach gelbliches, bei 148° schmelzendes, kristallinischesPulver erhalten wird. Die Succinoabietinsäure ist zweibasisch. Durch Kochen mitalkoholischer Kalilauge wird dieselbe zerlegt in einen zweiatomigen Alkohol, das inAlkohol leicht lösliche, kristallinische, bei 124° schmelzende Succinoabietol:C 4n H 60 O s I und die amorphe, einbasische Succinosylvinsäure: C 24 H a6 0 2 . Das inAlkohol unlösliche Succinin (70 Proz.) ist ein Bernsteinsäureäther des Succinoresi-nols. Durch Kochen mit alkoholischer Kalilauge lassen sich daraus 7,8 Proz. Bern-steinsäure und ein amorpher, nur in Ätheralkohol (2:1) löslicher Harzalkohol, dasSuccinoresinol: (C I 'H !0 O) D , isolieren.