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2. Organische Chemie 2. Abt. (1911) Organische Verbindungen mit geschlossenem Kohlenstoffringe ...
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Ammoniak-Gummiharz, Stinkasant.

Kälte ist es brüchig, jedoch erweicht es schon in der warmen Hand undwird klebrig. Mit der dreifachen Menge Wasser zerrieben, bildet es eineweiße Emulsion, die auf Zusatz von Natronlauge zunächst gelb und allmäh-lich braun gefärbt wird. Es besitzt einen eigenartigen Geruch und einenbitteren, scharf aromatischen Geschmack. Das Ammoniak-Gummiharz istschwefelfrei; es ist ein Gemenge aus etwa 0,5 Proz. ätherischen Öls, 2 bis5 Proz. Asche, 60 bis 70 Proz. Harz (in CS", Alkohol, Chloroform, Äther,Eisessig löslich), 25 bis 40 Proz. Pflanzenschleim und Gummi, sowie Wasserin wechselnden Quantitäten. Dasselbe enthält auch Spuren von freier Sali-cylsäure (H. Luz). Beim Kochen mit Salpetersäure liefert das Ammoniak-gummi unter anderem Styphninsäure (s. S. 1109); beim Schmelzen mit Kali-hydrat flüchtige Fettsäuren, Oxalsäure, Protocatechusäure und Resorcin.Bei der trockenen Destillation desselben wird kein Umbelliferon (s. S. 1218)gebildet; bei der Destillation mit Zinkstaub entstehen aromatische Kohlen-wasserstoffe und phenolartige Stoffe. Eisenchlorid färbt den heiß bereiteten,wässerigen Auszug des Ammoniakgummis rot. Natriumhypochlorit-, Natrium-hypobromit- und auch Eisenchloridlösung rufen in der alkoholischen Arnmo-niakharzlösung eine rotviolette, nicht sehr beständige Färbung hervor (Picards,Plugge).

Das Harz des Ammoniak-Gummiharzes ist ein Gemenge eines sauren,in Kalilauge leicht löslichen und eines indifferenten, in Kalilauge wenig lös-lichen Stoffes. Das saure Harz liefert bei der Verseifung mit KalilaugeButtersäure, Baldriansäure, Salicylsäure und Ammoresinotannol:C 18 H S9 0*.OH (H. Luz).

Das Gummi des Ammoniak-Gummiharzes löst sich bis auf etwa 14 Proz.in Wasser auf; der wasserlösliche Teil zeigt Ähnlichkeit mit dem Gummiarabicum, der in Wasser unlösliche Teil löst sich auf Zusatz von etwasNatronlauge.

Prüfung. Mit der dreifachen Menge Salzsäure von 25 Proz. auf 60°erwärmt, färbe es die Säure nicht: Galbanum. Kocht man ferner 5gzerriebenen Ammoniak-Gummiharzes mit 15 g Salzsäure von 1,19 spez. Gew.V 4 Stunde lang, filtriert alsdann durch ein doppeltes, angefeuchtetes Filterund übersättigt schließlich das klare Filtrat mit Ammoniak, so trete keineblaue Fluorescenz auf (K. Dieterich). Galbanum würde vermöge seinesGehaltes an Umbelliferon letztere zeigen. Die sonstige Reinheit des Ammoniak-Gummiharzes ergibt sich durch das Äußere, die Menge der in Alkohol un-löslichen Bestandteile (nicht über 40 Proz.), die Größe des Wassergehaltes(nicht über 5 Proz.) und den Aschengehalt (nicht über 7,5 Proz.).

Das Ammoniak-Gummiharz dient zu arzneilichen Zwecken.

Das afrikanische Ammoniakharz, von Ferula iingitana stammend,enthält 50 bis 67 Proz. Harz. Bei der trockenen Destillation liefert es Um-belliferon, beim Schmelzen mit Kalihydrat Resorcin und eine Säure: C^H^O 8 ,deren wässerige Lösung durch Eisenchlorid violett gefärbt wird (G. Gold-schmied t).

Stinkasant, Teufelsdreck, Asa foetida, wird aus der Wurzel der inPersien heimischen Umbelliferen Scorodosma foetidum s. Ferula (Peucedamim)Scorodosma und Peucedunum Narthex, vielleicht aueh von anderen Ferula-arten gewonnen. Derselbe bildet lose oder verklebte Körner oder formloseMassen von rötlicher, brauner oder violetter Farbe. Auf dem frischen Brucherscheint er weißlich; an der Luft wird er bald rosenrot und schließlichbraun gefärbt. Der Stinkasant besitzt einen widrig knoblauchartigen Geruchund Geschmack. Die quantitative Zusammensetzung des Stinkasants ist jenach dem Alter desselben eine sehr wechselnde. Im Durchschnitt enthält

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