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2. Organische Chemie 2. Abt. (1911) Organische Verbindungen mit geschlossenem Kohlenstoffringe ...
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Camphen.

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Zur Reindarstellung von Rechts - Pinen dient das amerikanische, zurReindarstellung des Links-Pinen das französische Terpentinöl, deren unter160° siedende Anteile einer wiederholten fraktionierten Destillation unter-worfen werden. Rechts- und Links-Pinen sieden hei 155 his 156° und hahenbei 20° ein spez. Gew. von 0,858 . [a]j) = ± 45°.

Das Pinen vereinigt sich mit 1 Mol. HCl zu einer hei 125" schmelzenden,bei 207 bis 208° siedenden Verbindung: C'°H I6 .HC1, und mit 1 Mol. HBr zuC 10 H lli .HBr, Schmelzp. 90", sowie mit 1 Mol. HJ zu flüssigem Pinenhydro-iodid: C'°H 16 .H J.Verbindungen, welche je nach der Natur des angewendetenPinens rechts- oder linksdrehend sind. Bei vorsichtiger Oxydation mitKaliumpermanganat liefert das Pinen als Hauptprodukt die bei 104" schmel-zende Pinonsäure: C"'H l6 0 3 , eine optisch inaktive Ketonsäure. Dieselbeist eine aus gleichen Molekülen der bei 69 bis 70° schmelzenden Reehts-und Links-Pinonsäure (s. Ysopöl) bestehende Racemform. Das Nitroso-pinen: C'°H 15 .NO oder C lu H u :N.OH, schmilzt bei 13i:"; das Pinen-uitrosylchlorid: C l0 H l6 .NOCl, bei 103° (s. S. 1308). Letztere Verbindung,welche ebenso wie das Nitrosopinen optisch inaktiv ist und daher aus Rechts-und Links-Pinen erhalten wird, liefert beim Erhitzen mit Anilin inaktivesPinen vom Siedep. 155 bis 156" und vom spez. Gew. 0,858 bei 20". InaktivesPinen findet sich im Zittwersamenöl, Corianderöl und Cuminöl.

Mit "Wasser verbindet sich das Pinen zu Terpinhydrat: C 10 H l8 + 3H 8 0oder C'°H'"(OH) ! + H s O; mit Brom liefert das Pinen zunächst ein flüssigesAdditionsprodukt: C l "H 16 Br a ; spez. Gew. 0,860 bei 15". Bei weiterem Brom-zusatz werden noch 2 Atome Brom, jedoch unter Entwickelung von HBraufgenommen. Aus diesen flüssigen Produkten läßt sich durch Destillationmit Wasserdampf ein bei 170° schmelzendes, in Alkohol schwer löslichesDibromid: C L "H 16 Br a , isolieren. "Wird dieses Dibromid in alkoholischer Lösungmit Zinkstaub behandelt, so liefert es ein festes, bei 67° schmelzendes Terpen,das Tricyklen. Über obige Verbindungen, sowie über das weitere Verhaltendes Pinens s. Terpentinöl.

Durch Erhitzen auf 250 bis 270" geht das Pinen in Dipenten über. Diegleiche Umwandlung erfolgt durch Säuren, daher liefern manche Pinen ent-haltende Öle, entsprechend den Dipenten enthaltenden, auch mit HCl einDihydrochlorid: C l "H 16 .2HCl.

Nopinen (/S-Pinen) findet sich in kleiner Menge im amerikanischenTerpentinöl, Kienöl, sibirischen Pichtennadelöl, Citronenöl, Cuminöl, Cori-anderöl, Ysopöl usw. Dasselbe siedet bei 162 bis 163° und hat ein spez. Gew.von 0,866 hei 22°. Linksdrehend: [a] D = 22,5°. Bei vorsichtiger Oxy-dation mit Kaliumpermanganat liefert es linksdrehende Nopinsäure:C'°H 16 0 3 , vom Schmelzp. 127°. Letztere geht durch weitere Oxydation inein rechtsdrehendes Keton über, das Nopinon: C"H u O, Siedep. .210°.

Als et- und /S-Pinolen bezeichnet Aschan zwei bei 142 bis 144°siedende Terpene C l0 H 16 , welche aus den bei der Darstellung von Pinen-hydrochlorid resultierenden flüssigen Hydrochloriden durch Zersetzung mitBasen gewonnen wurden. Die Hydrochloride dieser Pinolene liefern bei derEinwirkung von Anilin Isopinen: C'H", vom Siedep. 155°.

2. Camphen findet sich als Rechts-Camphen (Austracamphen) imMuskatnuß-, Petitgrain-, Ingwer- und Spiköl; als Links-Camphen (Tera-camphen) im Baldrian-, Kessowurzel-, Chrysanthemum- und Citronellöl; alsinaktives Camphen im Rosmarinöl und in dem ätherischen Öl von Pinussibirica. Künstlich wird es erhalten aus dem Hydrochlorid des Pinens:C 10 H l °.HCl, dem Bornylchlorid (s. dort), durch Entziehung von HCl. Es

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