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Ätherische Öle.
feuriger zu machen, fügt man bisweilen der Farbstofflösung eine kleineMenge Alaun oder Ziunsalz zu.
Ein Teil der Teerfarbstoffe liefert nur in neutraler oder schwach essig-saurer Lösung (Bade) schöne Nuancen, z. B. das Kosanilin und viele seinerAbkömmlinge, ein anderer Teil erfordert dagegen die Gegenwart einer Säureoder eines sauren Salzes, um als Farbstoff vollständig zur Geltung zu kommen,z. B. die meisten Sulfosäuren und die Phtaleme.
Die vegetabilische Faser ist, mit Ausnahme der Jute, nicht ohne weiteresimstande, die Teerfarbstoffe direkt zu fixieren. Um daher Baumwolle damitzu färben, ist es nötig, dieselbe zuvor zu „animalisieren", d. h. sie mitEiweiß, Case'in, Leim oder anderen tierischen Stoffen zu imprägnieren, odersie zuvor mit Beizmiiteln, wie Aluminium- und Zinnsalzen, oder mit Tannin,Ölsäure usw. zu behandeln.
Außer zum Färben von Seide, Wolle und Baumwolle dienen die Teer-farbstoffe auch zum Färben von Leder, Federn, Hörn, Elfenbein, Stroh,Papier, Tapeten, Spielwaren usw., sowie zur Herstellung von Tinten, ge-färbten Firnissen, Lacken usw. Nicht unbeträchtliche Mengen von Teer-färben finden auch in der Zeugdruckerei, sowie zur Herstellung von Druck-farben überhaupt Verwendung.
D. Ätherische Öle.
Als ätherische Öle bezeichnet man Gemenge chemisch differenter,stark riechender, besonders im Pflanzenreich fertig gebildet vorkom-mender flüchtiger Verbindungen. Obschon die überwiegende Mehrzahlder ätherischen Öle ihrer chemischen Natur nach der Gruppe der aro-matischen Verbindungen angehört oder in naher Beziehung zu derselbensteht, so lassen sich dieselben doch nicht direkt als solche in diese Ver-bindungsklasse einreihen, weil sie keine einheitlichen chemischen Indi-viduen, sondern nur Gemenge verschiedener, zum Teil nur unvollkommenerforschter Verbindungen repräsentieren. Das gemeinsame Band, welchesdie als ätherische Öle bezeichneten Pflanzenstoffe zu einer Gruppe zu-sammenhält, besteht weniger in dem gemeinsamen chemischen Charakter,als in gewissen äußerlichen, meist physikalischen Merkmalen, die den-selben sämtlich mehr oder minder eigentümlich sind.
Vorkommen. Wie bereits erwähnt, kommen die ätherischen Ölebesonders im Pflanzenreiche, und zwar in den überwiegend meistenFällen fertig gebildet vor. Der aromatische Geruch der Pflanzen istgewöhnlich durch das Vorhandensein ätherischer Öle bedingt. Austierischen Substanzen ist bisher kein genauer charakterisiertes ätherischesÖl isoliert worden, obschon der starke Geruch mancher tierischer Sekrete,auf deren Anwesenheit (Ameisenöl, Ambraöl, Zibetöl usw.) hinzudeutenscheint. Kinige Pflanzen bzw. Pflanzenteile enthalten die betreffendenätherischen Öle nicht fertig gebildet, vielmehr entstehen letztere erstdurch den Zerfall anderer von der Pflanze gebildeter, geruchloser Ver-bindungen. Diese im lebenden und getrockneten Zustande geruchlosen