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Violette Bosanilinfarbstoffe.
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Farbstoffs entzogen werden, anderenteils durch Bleiessig nur ein Teil desdarin vorhandenen Farbstoffs gefällt wird, und infolgedessen die über dementstehenden Niederschlag sich ablagernde Flüssigkeit nocb intensiv rotgefärbt erscheint. Der von dem Essigäther oder von dem Amylalkohol auf-genommene Farbstoff wird jedoch durch Salzsäure und durch Ammoniaknicht entfärbt und ist ferner nicht imstande, Wolle echt rot zu färben(siehe auch Weinfarbstoffe).
In zweifelhaften Fällen ist es zu empfehlen, zum Vergleich die betreffen-den Eeaktionen mit einem notorisch echten, fuchsinfreien Fruchtsaft oderWein gleicher Qualität auszuführen.
Liköre oder andere Spirituosen sind vor der Prüfung auf Fuchsin zu-nächst durch Eindampfen von Alkohol zu befreien.
Aus Backwerk, Fleisch, Wurst usw. kann das Fuchsinnach dem Trocknenund Ausziehen mit Äther leicht durch Auskochen mit Alkohol extrahiertund alsdann, wie oben erörtert, weiter charakterisiert werden (s. auch S. 1277).
Fuchsin schweflige Säure, ein farbloses Additionsprodukt vonFuchsin und schwefliger Säure, s. S. 337.
Eosanilintrisulf osäure, Säurefuchsin, Fuchsin S., wird gebildetdurch Einwirkung von rauchender Schwefelsäure auf Eosanilin bei 120°. Diehierdurch gebildete Sulfosäure ist intensiv rot gefärbt, und ihre Lösung wirddurch Säureüberschuß nicht entfärbt. Die neutralen Salze sind farblos, diesauren Salze sind intensiv rot gefärbt. Beide sind in Wasser leicht löslich.Über den Nachweis der Eosaniliusulfosäure siehe Weinfarbstoffe.
Aus einer Eosaniliusulfosäure besteht auch das als Indikator vorüber-gehend benutzte Poirriersche Blau. Dasselbe färbt sich durch Atz-alkalien rot, während in nicht zu verdünnten Lösungen bei Anwendung von'^-Normal-Salzsäure seine ursprüngliche blaue Farbe durch Carbonate nichtverändert wird.
ß) Violette Farbstoffe. Die violetten Anilinfarbstoffe werden erzeugtdurch Alkylierung oder Phenylierung der Eosaniline, durch direkte Oxy-dation des Anilinöls oder durch Oxydation des Methylanilins.
Alkylsubstituierte Eosaniline werden gebildet beim Erhitzen derEosanilinsalze mit den Chlor- oder Jodverbindungen einwertiger Alkohol-radikale (Alkyle), bei Gegenwart von Ätzkali und den betreffenden Alko-holen. Es werden hierbei 3 Atome Wasserstoff in den Eosanilinen durchAlkyle ersetzt und auf diese Weise Trialkylrosaniline gebildet.
Das Triäthylrosanilin: C 2 °H 16 (C"H 5 ) a N 3 , löst sich mit rotvioletter,das Trimethylrosanilin: C J0 H 1G (CH 3 ) 3 N 3 , mit blauvioletter Farbe. BeideFarbstoffe kamen, besonders früher, in Gestalt ihrer salzsauren Salze alsHofmanns Violett, Neu-Violett, Jod-Violett, Dahlia, Primula,Alexandria in den Handel.
Phenylierte Eosaniline entstehen beim Erhitzen von salzsauremEosanilin mit Anilin, z. B.:
C 20 H 19 N a , HCl -f- C'ff.Nff = NH 1 -f- C 20 H 1D (C 6 H 5 )N 3 , HCl.
Das Monophenyl-Eosanilin: C 80 H 18 (C 6 H 5 )N 3 , Violet imperial, Violetrouge, Violin, Jndisin, Alt-Violett, ist von rotvioletter, das Diphenyl-Eosanilin: C*°H 17 (^H^N 3 , Violet imperial,. Violet bleu, Parme, Regina-Purple, von blauvioletter Lösungsfarbe. Diese violetten Farbstoffe sind jetztfast vollständig durch das Methylauilinviolett verdrängt.
Methylanilinviolett: C"H !7 N 3 , HCl oder C l9 H l '(CH a ) b N 3 , HCl,Violet de Paris, Methyl violett, Pariser Violett, wird dargestellt'durch
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