Kroatin.
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salz bildet tafelförmige, bei 122° schmelzende Kristalle. Unsymmetrisches
Dimethylguanidin: NH=C<jj|j 2 ' , entsteht beim Erhitzen von Cyanamid
mit salzsaurem Dimethylamin in alkoholischer Lösung auf 100°. Das Gold-salz bildet rhombische Kristalle. Letzteres Dimethylguanidin findet sichvielleicht auch im Hundeharn (Kutscher, Lohmann).
NH NO 2Nitroguanidin: NH^COrt , entsteht durch Lösen von 300g
Guanidinrhodanid in300ccm konzentrierter Schwefelsäure und 250 cem rauchen-der Schwefelsäure und Vermischen dieser erkalteten Lösung mit 200 cemSalpetersäure von 1,5 spez. Gew. (Thiele). Sobald sich Gasblasen auf derOberfläche dieser Mischung zeigen, gießt man sie in 4 Liter kaltes "Wasser.In kaltem Wasser und in Alkohol sehr wenig lösliche Nadeln, die bei 230°unter Zersetzung schmelzen. Durch Beduktion des Nitroguanidins mit Zink-staub und Essigsäure, zunächst bei 0°, dann bei 40°, wird das im freien Zu-
stande leicht zersetzliche Amidoguanidin: fTH=C<
NH.NH 2NH 2
gebildet.
Letzteres geht beim Kochen mit verdünnter Salzsäure oder Natronlauge, unterAbspaltung von CO 8 und NH 3 , leicht in Diamid (Hydrazin): NH S —NH 2(s. I. anorg. Tl., S. 30fi), über. Wird das Nitroguanidin mit Zinkstaub undverdünnter Schwefelsäure reduziert, so entsteht das in gelben, in Wasser schwer
n JSTH.NO
X< KH !
löslichen Nadeln kristallisierende Ni trosoguanidin : NH=
Dasselbe verpufft bei 160 bis 165°.
Wird die salpetersaure Lösung des Amidoguanidinnitrats mit KNO 2
versetzt und die Mischung freiwillig verdunstet, so scheidet sich Diazo-
NH N—N NO 3guanidinnitrat: NH=C<„„i , in farblosen, in Wasser und
Alkohol leicht löslichen, bei 129° schmelzenden Kristallen aus. Natronlaugeführt das Diazoguanidinnitrat in Cyanamid: CN.NH 2 , und in Stickstoff-wasserstoff säure: N a H (s. I. anorg. Tl., S. 307), über.
Guanidinessigsäure: C 3 H 7 N 3 0 2 oder NH=C<^ 1 ,CH!_C0,0H(Glycocyamin), entsteht durch direkte Vereinigung von Cyanamid undGlycocoll in wässeriger, schwach ammoniakalischer Lösung (Strecker), beimKochen einer sehr konzentrierten, wässerigen Lösung von kohlensauremGuanidin und Glycocoll (Nencki), sowie beim Erwärmen von konzentrierter,im Überschuß angewendeter Guanidinlösung mit Monochloressigsäure auf60° (Eamsay). Earblose, in kaltem Wasser schwer lösliche Kristalle, diemit Säuren und mit Basen Salze liefern. Wird das Hydrochlorid auf 160°erhitzt, so spaltet es Wasser ab und geht in Glj'colylguanidin oder
„ ,NH.CH ! -COGlycocy amidin: SE=C<v,„ ,
reagierende Blättchen.
über. Leicht lösliche, alkalisch
Kroatin: C 4 H a N 3 0 2 oder NH=C<„j, 2 '
(Methylguanidinessigsäure, Methylglycocyamin.)Das Kroatin ist i. J. 1835 von Chevreul in der Eleisehbrühe entdeckt,jedoch erst von Liebig (1847) eingehend untersucht worden. Dasselbe ist einBestandteil der gestreiften und glatten Muskelfasern aller Säugetiere, Vögel,Amphibien und Tische (Pferdefleisch enthält 0,07 Proz., Kindfleisch 0,17 bis0,23 Proz., Schweinefleisch 0,13 bis 0,21 Proz., Hammelfleisch 0,18 Proz.,Hühnerfleisch 0,35 Proz.), daher auch im Fleischextrakt enthalten. Es findet