Darstellung der zweibasiscken Säuren.
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zweimal vorhanden. Nach ihrem Aufangsgliede, der Oxalsäure, welchedie beiden Carboxylgruppen direkt miteinander verbunden enthält,pflegt diese Reihe der zweibasischen Säuren gewöhnlich als die Oxal-säurereihe bezeichnet zu werden.
Vorkommen und Bildung der Säuren der Oxalsäurereihe.
Die Säuren der Oxalsäurereihe finden sich zum Teil im freien undauch im gebundenen Zustande in der Natur fertig gebildet vor, undzwar nicht allein im Pflanzenreiche, sondern auch im Tierreiche. Aufkünstlichem Wege entstehen dieselben bei der Salpetersäureoxydationder kohlenstoffreicheren Fettsäuren, der kohlenstoffreicheren Glieder derÜlsäurereihe, der Fette und anderer Verbindungen von hohem Kohlen-stoffgehalt. Die meisten dieser Oxydationsprozesse verlaufen jedochnicht in glatter und einfacher Weise, sondern es werden hierbei, nebenanderen Produkten, meist mehrere Glieder der üxalsäurereihe gleich-zeitig gebildet.
Die Glieder der Oxalsäurereihe entstehen ferner:
1. Bei der Oxydation der zweifach primären Glycole (Wurtz, Debus)(s. S. 292).
2. Bei der Oxydation der primären Glieder der Milchsäurereihe (siehedaselbst), z. B.:
CH'.OH CO.OH
| + 20 = H 2 0 -f |
CO.OH CO.OH
Glycolsäure Oxalsäure
3. Durch Erhitzen der Dicyansubstitutionsprodukte der Kohlenwasser-stoffe der Sumpfgasreihe mit Kalilauge (Simpson, Erlenmeyer), z. B.
= C 2 H 4 (CO.OK) 2 + 2NH 3 .Bernsteins; Kalium
CH^CN) 8 -f 2KOH + 2H 2 0Dicyanäthan
Diese Dicyansubstitutionsprodukte der Ethaue, welche man auch auf-fassen kann als die Dicyanadditionspi-odukte der Kohlenwasserstoffe derÄthylenreihe (Alkylendicyanüre) oder als die Nitrile (s. dort) der Säuren derOxalsäurereihe, werden gebildet durch Einwirkung von Cyankalium auf dieDihalogensubstitutionsprodukte der Ethane, z. B.:
C 2 H'Bi- 2 -\- 2KCN = C 2 H'(CN) 2 -f- 2 KBr.Dibromäthan Cyankalium Dicyanäthan
(Äthylendibromid) (Äthylendicyanid)
Es lassen sich jedoch nur diejenigen Dihalogenverbindungen in Dicyanideüberführen, welche die Halogenatome an zwei verschiedene Kohlenstoff-atome gebunden enthalten. Äthylidenchlorid: CH 8 .CHC1 2 , läßt sich dahernicht in Äthylidencyanid verwandeln.
4. Durch Überführung der Monohalogensubstitutionsprodukte der Fett-säuren mittels Cyankalium in Monocyansubstitutionsprodukte und Erhitzender letzteren mit Kalilauge oder mit Salzsäure (Kolbe, H. Müller), z. B.:
CH*C1 CH 2 .CN
| + KCN = | + KCl.
CO.OH CO.OH
Monochloressigsäure Cyankalium Cyanessigsäure