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Ölsäureseife, Harztalgseife.
Lösung bleiben. Füllt man die mit Chlorcalcium versetzte Seifenlösung als-dann zu 250 ccm auf, läßt die Mischung absetzen, so kann alsdann in einemTeile des Filtrates (F) die weitere Bestimmung des zugesetzten Arzneistoffes,entsprechend seiner chemischen Natur, vorgenommen werden'. FlüchtigeStoffe, wie Campher, Phenol usw., können aus (P) durch Destillation mitWasserdäinpfen isoliert und alsdann in dem Destillate direkt (z. B. Phenol)oder durch Ausschütteln mit Äther weiter bestimmt werden. Nicht flüchtigeArzneistoffe, wie Besorcin, Pyrogallol, Tannin usw., können aus (P) durchEindampfen bei mäßiger Wärme und Ausziehen des Bückstandes mit einemgeeigneten Lösungsmittel (Äther, Essigäther, Benzol, Terpentinöl) isoliertwerden. In vielen Fällen wird das Besultat dieser Bestimmungen nur einannäherndes sein.
Ölsäureseife. Ole'inseife, Ela'inseife, Ela'idinseife. Zur Dar-stellung der Ölsäureseife, welche im wesentlichen aus ölsaurem Natrium undkleinen Mengen von stearinsaurem und palmitinsaurem Natrium besteht, be-nutzt man die rohe Ölsäure, die bei der Stearinkerzenfabrikation (s. S. 480) alsNebenprodukt gewonnen wird. Die rohe Ölsäure wird durch Erwärmen mitNatronlauge, seltener mit Natriumcarbonat, in Seife verwandelt und letzterealsdann durch starke Lauge oder durch Zusatz von Kochsalz abgeschieden.
Häufig gibt man der rohen Ölsäure vor der Verseifung einen Zusatzvon Harz oder von Palmöl, um der Seife hierdurch eine angenehm gelbeFarbe zu verleihen. Bisweilen wird auch die Ölsäure vor der Verseifuugerst in die damit isomere, feste Elaidinsäure (s. dort) verwandelt.
Die Ölsäureseife enthält gewöhnlich etwa 20 Proz. "Wasser und etwa70 Proz. Fettsäuren.
Harztalgseife, Harzpalmölseife, Harzseife. Das Fichtenharz unddas Colophonium verbinden sich vermöge ihres Gehaltes an Harzsäurenin der Siedehitze leichter als die Fette mit Kalium- und Natriumhydroxyd zuseifenartigen Verbindungen — Harzseifen —. Letztere lösen sich in Wasserzu schäumenden Flüssigkeiten, aus denen die Seife durch Natriumcarbonatoder durch Kochsalz als weiche, schleimige, braune Masse wieder abgeschiedenwerden kann.
Wegen ihrer schmierigen Beschaffenheit und ihrer hygroskopischenEigenschaften ist die Harzseife nicht direkt als Seife verwendbar. Mischtman dagegen die Harzseife in einem gewissen Verhältnisse mit Talgseife oderPalmölseife, so resultiert ein vollkommen hartes, gelbes, zum Waschen sehrgeeignetes Produkt, die sogenannte Harztalgseife, bezüglich Harzpalmölseifeoder Harzkernseife.
Zur Darstellung der Harztalgseife oder Harzpalmölseife verseift manTalg oder Palmöl oder ein Gemisch aus beiden in der gewöhnlichen Weisemit Natronlauge und mischt alsdann der fertigen, heißen Seife eine ent-sprechende Menge von Harzseife zu, welche gesondert durch Verseifung vonColophonium oder gewöhnlichem Fichtenharz mit Kali- oder Natronlaugebereitet wird.
Die Harztalg- und die Harzpalmölseifen-, zu deren Darstellung auchbisweilen das aus den Wollwaschwässern gewonnene Wollfett Verwendungfindet, enthalten gewöhnlich 20 bis 25 Proz. Wasser und 65 bis 70 Proz. Fett-säuren -f~ Harz (vgl. S. 492).
Die hell gefärbten Harzseifen werden bisweilen Wachskernseifen ge-nannt. In letzteren Seifen ist ebensowenig Wachs enthalten, wie in densogenannten Wachsseifen, welche durch Verseifung eines Gemisches vonTalg, Palmkern öl und Kokosöl bereitet werden.