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2. Organische Chemie 1. Abt. (1910) Organische Verbindungen mit offener Kohlenstoffkette
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Aether pro narcosi, Thioäther.

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reinigte Äther leicht wieder die Eigenschaft an, Kalihydrat zu färben undaus Jodkaliumlösung Jod abzuscheiden. Über das Vorkommen von Vinyl-alkohol in Äther siehe Vinylalkohol.

Aether pro narcosi.

Der als Anästhetikum verwendete Äther soll in braunen, ganz gefülltenund gut verschlossenen Flaschen von 150 ccm Inhalt an einem kühlen, vorLicht geschützten Orte aufbewahrt werden.

Die Prüfung dieses Narkoseäthers entspricht der des gewöhnlichenÄthers, nur lasse man zur Ermittelung der neutralen Reaktion 20 ccm aufeinem Uhrglase verdunsten und dehne die Reaktion mit festem Kalihydratauf sechs, die mit Jodkaliumlösung auf drei Stunden aus.

Die Prüfung auf Aldehyd und Vinylalkohol kann in dem Narkose-äther empfindlicher dadurch ausgeführt werden, daß man 5 ccm davon miteinigen Tropfen Nesslerschem Eeagens schüttelt: Gelbrote, bald grau wer-dende Ausscheidung. Auch durch Schütteln von 5 ccm Äther mit 1 ccmammoniakalischer Silbernitratlösung (s. S. 236) in einem mit Glasstopfen ge-schlossenen Glase und Stehenlassen im Dunkeln lassen sich nach kurzer ZeitSpuren von Aldehyd und Vinylalkohol durch die eintretende Graufärbungnachweisen.

Die Reaktion mit Jodkaliumlösung wird wesentlich verschärft, wennman derselben eine geringe Menge verdünnter Schwefelsäure (l Tropfen auf10 ccm) zufügt.

Die kohlenstoffreicheren Äther haben bis jetzt keine praktische Ver-wendung gefunden. Dieselben sind meist farblose, leicht bewegliche, ätherischriechende Flüssigkeiten, welche in ihren Eigenschaften mehr oder minderdem Äthyläther gleichen.

DerNormal-Propyläther: OH 8CH 8CH 2 .O.CH 2CH 2CH 3 , siedet

bei 90°; der Isopropyläther: ^ 3 >CH . 0 . CH<^ a , bei 69"; derNormal-Butyläther: CH 3CH 8CH 4CH 2 . 0 . CH 4CH 2CH 8CH 8 , bei 140 bis 141°;der Isobutyläther: q^^CH CH2 ° Ch2 CH <CH 3 ' bei 122 " ; del ' Isoam y 1 -

äther:

CH 3 .

CH 3

, h h>CH CH 2CH 2 . O . CH 2 CH 2CH<^ 3 , bei 173°

Der Cetyläther: (C 16 H 33 ) 2 0, bildet glänzende Blättchen, die bei 57°schmelzen und bei etwa 300° unter geringer Zersetzung sieden.

Sulfäther oder Thioäther.

Als Sulfäther oder Thioäther bezeichnet man eine Gruppe schwefel-haltiger Verbindungen, welche aufzufassen sind als Äther, in denen derSauerstoff durch Schwefel ersetzt ist, z. B.:

C 2 H 5 o^C 2 H''

0<r

~C 2 H 5

-C 2 H 5Äthyläther Thioäthyläther.

Dieselben sind farblose, mit Wasser nicht mischbare, gewöhnlich höchstunangenehm knoblauchartig riechende Flüssigkeiten, welche sich direkt mitQuecksilberchlorid, Platinchlorid, den Jodiden der einwertigen Alkoholradi-kale und mit zwei Atomen der Halogene verbinden. Nach dem Behandelnmit Kupferpulver bei 250 bis 280° sollen die Thioäther einen ätherischen,nicht unangenehmen Geruch besitzen (Finckh). Der Siedepunkt der Thio-