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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Fenchene.

Dann würde die tertiäre Natur des Isoborneols sich folgendermassen deuten lassen:

H,C

CH,C=CH,

CH 2 yC(CH 3 ) 2

1/

-CH

Y

H,C

-CH,C(OH)-CH,CH, /CfCHA .

-------CH

Isoborneol

Camphen

Diese Camphenformel gestattet weiter eine leichte Interpretation der Bildungvon Camphenilolsäure, Camphenilaldehyd etc. (allerdings mit einer ganz anderenFormulirung wie derjenigen von Bredt), berücksichtigt aber nicht in einfacherWeise die Produkte der Oxydation des Camphens, die Carboxylapocamphersäure unddie Apocamphersäure, sowie die Bückbildung des Camphers.

Aus diesem Grunde zieht Semmler 1 die Existenz eines Trimethylenrings beimCamphen in Betracht, welcher folgendermassen entstanden sein könnte:

CH CH

H.C

H 2 C

Bornylchloridund gelangt so zu einer Strueturformel, welche besonders die Bildung der Carboxyl-apocamphersäure leicht erklären würde.

Fenchene 2 . Diese Kohlenwasserstoffe C 10 H 16 entstehen aus denFenchylalkoholen durch Abspaltung von Wasser oder aus den Fenchyl-halolden durch Entziehung von Halogenwasserstoff. Es bilden sich hier-bei aber stets Gemenge von Isomeren, die sich durch verschiedenesoptisches Drehungsvermögen unterscheiden. Der Gehalt des Rohfenchensan den verschiedenen Isomeren wechselt mit den Versuchsbedingungen.

Geht man vom d-Fenchon aus und reducirt dieses, so gewinnt manden Dl-Fenchylalkohol (vgl. S. 1035). Wird derselbe mit Chlorphosphorunter guter Kühlung umgesetzt, so entsteht ein Fenchylchlorid, welchesstark links dreht und bei der Chlorwasserstoffabspaltung mit Hülfe vonAnilin wesentlich Dl-Fenchen liefert. Lässt man dagegen Chlorphosphorohne Kühlung auf denFenchylalkohol einwirken, so erhält man ein rechts-drehendes Chlorid und daraus rechtsdrehendes Dd-Fenchen. BeideFenchene verhalten sich gegenüber Perm anganat verschieden; D d-Fenchenwird leichter davon angegriffen als D 1-Fenchen, und man kann durchSchütteln mit 7°/ 0 iger Permanganatlösung bei 6070° letzteres von er-

1 Ber. 35, 1016 (1902). Vgl. Marsh, Chem. Centralbl. 1899 I, 790.

3 Wallach, Ann. 263, 148 (1891); 302, 371 (1888); 315, 283 (1900).Gabdner u. Cockburn, Journ. Soc. 73, 275, 704 (1898). Bertram u. Helle, J. pr.[2] 61, 298 (1900). Kondakow u. Lutschinin, J. pr. [2] 62, 1 (1900). CöthenerChem. Ztg. 25, 131 (1901). Zelinsky u. Zelikow, Ber. 34, 3256 (1901).