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Configuration des ungesättigten Hexamethytenrings.
Configuration des ungesättigten Hexamethytenrings.
Man kann den einfachsten ungesättigten Kohlenwasserstoff der Hexamethylen-reihe — das Cyolohexen oder Tetrahydrobenzol:
CH • CH 2 ■ CH 2CH • CH 2 • CH 2
— als ein Aethylen betrachten, in welchem 2 Wasserstoffatome an den beiden Aethylen-Kohlenstoffatomen durch die zweiwerthige Kette — CH 2 ■ CH, • CH 2 • CH> •— vertretensind. Diese Betrachtungsweise führt uns auf die von der Theorie in Aussicht ge-stellte Möglichkeit, dass der Eingriff jener Vierkohlenstoffkette in eis- oder trans-Stellung erfolgen könnte. Es könnten also zwei Tetrahydrobenzole existiren, derenIsomerie sich wie^ diejenige der Maleinsäure und Fumarsäure erklären lassen würde:
H
CO,H
H
V
C0 2 H
CH 2rLCV^NcH
HX
CH
H CO a H
Maleinsäure
C0 2 H HFumarsäure
H,C
H 2 C
Obgleich diese Frage schon öfters discutirt worden ist, haben sich bisherweder für noch gegen die Existenz einer solchen Isomerie sichere Beweise erbringenlassen.
Beim Tetrahydrobenzol wird es sehr schwer sein, darüber auf experimentellemWege Aufschluss zu erhalten'. Vielleicht lassen sich diese Verhältnisse aber leichterbei der Tetrahydrophtalsäure studiren, welche die doppelte Bindung zwischen denbeiden Carboxylgruppen besitzt:
CO a H
H 2 C
H 2 C
3H S C0 2 Hmaleinoi'de Tetrahydrophtalsäure fumaroide Tetrahydrophtalsäure
Bei dem Eingriff der Vierkohlenstoffkette in die trans-Aethylen-Stellung würdesich eine grössere Spannung (vgl. S. 5 ff.) einstellen, als beim Eingriff in die cis-Stellung. Man darf aus diesem Umstand aber kaum den Schluss ziehen, dass dieExistenz der trans-Verbindung unwahrscheinlich ist; bedingt doch die Doppelbindung,die man ja als einfachsten Fall eines Kohlenstoffringes betrachten kann, eine grössereSpannung als irgend ein anderes cyclisches System, da die Ablenkung der an ihrbetheiligten Valenzen 54°44', beim Trimethylenring aber nur 24°44' beträgt.
Systematik und Nomenclatur der hydroaromatischenVerbindungen und Terpen-Körper.
Ebenso wie man in der Fettreihe die Constitution der ungesättigtenSubstanzen von den entsprechenden gesättigten abzuleiten pflegt, erweist
1 Vgl. J. Wislicenus: „Ueber die geom. isomeren Dimethyläthylene", Ann. 313,207 (1900).