Phtalylsuperoxyd, Phtalimid.
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ihrer Salze 1 . Erstere ist als freie Säure leicht, letztere schwer in Wasser löslich.Durch Einwirkung von Phtalyleblorid auf Natriumsuperoxydhydrat ist das Phtalyl-superoxyd' C 6 H 4 : C 2 0 4 erhalten worden — ein farbloses, mikrokrystallinisch.es , inSolventien unlösliches, beim raschen Erhitzen explodirendes Pulver, welches beimVerseifen mit der berechneten Menge eiskalter Natronlauge Phtalmonopersäure liefert.Aus dem Phtalsäureanhydrid entsteht durch Einwirkung von Am-
COmoniak in der Hitze das Phtalimid 3 C 0 H,/ \NH — eine in zarten
\C(Kweissen Blättchen sublimirende, bei 233-5° (corr.) schmelzende Substanz;bemerkenswerth für die Leichtigkeit, mit welcher Atomverschiebungenzwischen zwei Orthosubstituenten zuweilen eintreten können, ist seineBildung durch Schmelzen der isomeren o-Cyanbenzoesäure:
C,H 4
.CN\x>OH
/ C0 \C 6 H 4 / \NH.
Das Phtalimid, welches mit dem Succinimid (vgl. Bd. I, S. 661—662) inParallele gesetzt werden kann, löst sich unter Salzbildung leicht in kalterKalilauge auf und wird durch Säuren wieder unverändert aus der Lösungabgeschieden. In krystallisirter B^orm — als weisse Blättchen — erhältman sein Kaliumsalz C 6 H 4 :C 2 0 2 NK aus der alkoholischen Phtalimid-lösung durch Fällen mit alkoholischem Kali. Dieses leicht zugänglicheSalz hat Gabbiel 4 mit seinen Schülern zum Ausgangspunkt für die Ge-winnung äusserst zahlreicher und mannigfach constituirter Amine ge-macht, indem er zunächst organische Halogenverbindungen mit leichtaustauschbarem Halogenatom darauf einwirken liess und die so ge-wonnenen substituirten Phtalimide dann direct oder eventuell erst nachweiteren Veränderungen des eingeführten Eestes spaltete (vgl. Bd. I,S. 233—234, 630, 631, 633, 636; Bd. II Th. I, S. 241).
1 Baeyer u. Villiger, Ber. 34, 762 (1901).
8 v. Pechmann u. Vanino, Ber. 27, 1511 (1894).
3 Laurent, Ann. 19, 47 (1836); 41, 110 (1842). — Marignac, Ann. 42, 220 (1842).— Michael, Ber. 10, 579 Anm. (1877). — Biedermann, ebenda, 1166. — Lassar Cohn,Ann. 205, 300 (1880). — Landsberg, Ann. 215, 181 (1882). — Aschan, Ber. 19,1399 (1886). — Graebe, Ann. 247, 294 Anm. (1888). — Aüger, Ann. eh. [6] 22,307 (1891). — Hoogewerf u. v. Dorp, Rec. trav. chim. 11, 93 (1892). — Blacher,Ber. 28, 2353, 2358 (1895). — Oechsner de Coninck, Compt. rend. 122, 34 (1896). —Mathews, Chem. Centralbl. 1896 II, 665. — Posner, Ber. 30, 1698 (1897). — F. Sachs,Ber. 31, 3230 (1898). — Bayer & Co., Chem. Centralbl. 1899 I, 1260. — H. Meyer,Monatsh. 21, 942 (1900).
* Gabriel u. A., Ber. 20, 2225 (1887); 21, 566, 2669 (1888); 22, 1137, 2223,3249, 3337(1889); 23, 87, 994, 1058, 1168, 1767, 3692(1890); 24, 1110, 2198, 2633,3098, 3104 (1891); 25, 3011, 3049, 3056 (1892); 26, 1856, 2140, 2198, 2213, 2850(1893); 27, 928, 1041, 2165. 2172, 3102 (1894); 28, 2986 (1895); 29, 2399, 2526 (1896);30, 2497 (1897). Sitzungsberichte der Berliner Akademie 1888 XXVI; 1890 L. -Vgl. aueh E. Fischer, Ber. 34, 455 (1901).