Amidöthiophenole.
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Es ergiebt sich dies aus ihren Spaltungen; beim Kochen mit verdünnterSchwefelsäure tritt Abspaltung von Essigsäure unter Bildung von halo-genirtem Phenylcysteln:
CH SV /NHj
CO.H
X
S-C„H 4 Br
ein; beim Kochen mit Alkalien erfolgt weitergehende Spaltung in Essig-säure, Ammoniak, para-halogenirtes Thiophenol und Brenztraubensäure.— Parabromphenylmercaptursäure bildet farblose Krystalle, schmilzt bei152—153° und ist in alkoholischer Lösung linksdrehend, in alkalischerLösung rechtsdrehend.
Unter den Amidoderivaten der Thiophenole seien die Orthoverbin-dungen 1 hervorgehoben. Sie werden aus ihren Anhydroderivaten — Verbindungender Benzothiazolgruppe (s. dort) —, welche nach zahlreichen Bildungsweisen zu-gänglich sind, durch Spaltung beim Erhitzen mit Alkalien erhalten, z. B.:
GJl/ \c- C 6H 6 + 2KOH = C 6 H/ + KO-CO-C 6 H 5 .NtT X NH 2
Gegen organische Säuren verhalten sie sich analog den Orthodiaminen (S. 229) undürthoamidophenolen (S. 394), indem sie in basische Anhydro Verbindungen über-gehen, z. B.:
<
SHNH,
-l-CO-OH-CH a
C 6 H 4 < >G-CH 3 + 2H a O;
in ihrem Verhalten gegen salpetrige Säure stehen sie den Orthodiaminen näher alsden Orthoamidophenolen, da sie allgemein in die den Azimiden analog gebautenDiazosulfide übergeführt werden:
y SHX NH 2
+ NO-OH = C„H 4 / \n + 2H,0
Orthoamidothiophenol C 6 H 4 (NH S )(SH) schmilzt bei +26°, siedet bei 234°, löst sichsowohl in Säuren, wie in kaustischen Alkalien, nicht in Alkalicarbonaten und gehtdurch Oxydation leicht in Diamidodiphenj IdisulM NHj-Ca^-S-S-Ce^-NHj —grünlichgelbe Blättchen vom Schmelzpunkt 93° — über, welches auch direct ausAnilin durch Erhitzen mit Schwefel auf 170—180° (neben Diamidophenylsulfid vgl.S. 476) erhalten werden kann.
In der Gruppe dieser Orthoamidoderivate von Thiophenolen verdient beson-deres Interesse das Dimethylainido-amidothiopheuol 2 (Amidodimethylanilin-mercaptan):
(CHAN-
NEL
1 A. W. Hofmann, Ber. 12, 2363 (1879); 13, 18, 1230 (1880); 20, 2251 (1887). —P. Jacobson, Ber. 19, 1812 (1886). Ann. 277, 209 (1893). — P. Jacobson u. Ney,Ber. 22, 904 (1889). — Pfitzinger u. Gattermann, ebenda, 1065. —. Vgl. auchHauries u. Lüwenstein, Ber. 27, 866 (1894). — K. A. Hofmann, Ber. 27, 2808 (1894).
2 Bernthsen, Ann. 251, 1 (1888).