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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Verhalten der Ghinone.

Jod 1 , primäre aromatische Hydrazine zu Kohlenwasserstoffen 2 (vgl.S. 307), secundäre aromatische Hydrazine zu Tetrazonen 3 (vgl. S. 307,349). Eigenthümlich ist, dass ein Chinon durch seine oxydirendeWirkung ein anderes erzeugen kann; so ist beobachtet, dass Amido-thymol C ( .H 2 (CH 3 )(C 3 H 7 )(OH)(NH 9 ) von Benzochinon zu ThymochinonC 6 H 2 (CH 3 )(C 3 H ; )0 2 . oxydirt wird*."

Wenn hiernach die Chinone gegen Reductionsmittel schwefligeSäure etc. sehr empfindlich sind, so sind sie andererseits gegen saureOxydationsmittel ziemlich beständig, wie schon ihre Bildung bei Gegen-wart dieser Oxydationsmittel (vgl. S. 440) zeigt. Auch gegen starkeSalpetersäure sind sie sehr widerstandsfähig 5 . Gegen Alkalien da-gegen sind sie sehr empfindlich.

Sehr eigenthümlich ist ihr Verhalten gegen Chlorwasserstoff undBromwasserstoff 6 . Auch diese Agentien, welche sonst kaum reducirendwirken, führen nämlich die Chinone zunächst in Hydrochinone über, diesich mit noch unverändertem Chinon zu Chinhydronen (vgl. S. 443) ver-einigen; das in Folge dieser Reaction freiwerdende Halogen:

C 6 H 4 0, + 2 HCl = C 6 H 4 (OH) 2 + Cl 2

bewirkt indess dann Substitution der Hydrochinone:

C 6 H 4 (OH). 2 + Cl 2 = C 6 H 3 C1(0H) 2 + HCl,

so dass Chlor- bezw. Brom-Derivate der Hydrochinone die Endprodukteder Reaction bilden. In analoger Weise entstehen durch Einwirkungvon Säurechloriden bezw. -bromiden auf Chinone 7 Säureester von halo-genirten Hydrochinonen, z. B. Chlorhydrochinondiacetat Cl-C 6 H 3 (0-CO-CH 3 ) 3 aus Chinon und Acetylchlorid.

Aehnliche Reactionen, bei welchen die auf die Chinone reagirende Substanzeinerseits Wasserstoffatome zur Bildung von Hydrochinonen, andererseits Eeste, die inden Kern eintreten, liefert, beobachtet man häufig. Hierher gehört z. B. die schonS. 422 erwähnte Einwirkung der Sulfinsäuren, und die S. 450451 zu besprechendeBeaction zwischen Chinonen und Aminen. Auch die eigenartige Reaction 8 , welchesich bei der Einwirkung von directem Sonnenlicht auf Gemische der Chinone mitAldehyden abspielt und zur Bildung von Ketonderivaten der Hydrochinone führt:

C 4 H 9 -COH + C 6 H 4 0 2 =-CO-CeHaCOH),,

bietet ein Beispiel hierfür.

1 Vgl. Levy u. Schultz, Ann. 210, 142 (1881).

2 Zincke, Ber. 18, 786 Anm. (1885).

3 Mo. Phebson, Ber. 28, 2415 (1895).

4 Zikcke u. Hebebrandt, Ann. 226, 74 (1884).

5 Vgl. C. Liebermann* Ber. 10, 2179 (1877). Nietzki, Ann. 215, 137 (1882).

6 Wöhleb, Ann. 51, 155 (1844). Sarauw, Ann. 209, 99 (1881). Carstanjen,J. pr. [2] 23, 430 (1881). Clark, Ber. 26 Bef., 546 (1893).

7 H. Schulz, Ber. 15, 652 (1882). Scheid, Ann. 218, 213 (1883).

8 Klinoee u. Standke, Ber. 24, 1340 (1891).