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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Bor-, Silicium- und Zinn- Verbindungen.

halten 1 Atom Wismuth mit fünf einwerthigen Kadicalen bezw. Atomen verbunden;ihre Existenz kann demnach als Beweismittel für die Pentavalenz des Wismuthsbenutzt werden. Mit Alkyljodiden vermag sich Triphenylbismuthin nicht zu ver-einigen.

II. Verbindungen der aromatischen Kohlenwasserstoff-Radicalemit Bor, Silicium und Zinn.

A. Bor-Verbindungen 1 .

Phenylborchlorid C 6 H 5 -BC1 2 wird durch Erhitzen von Quecksilberdiphenyl(S. 358) mit Borchlorid erhalten, siedet bei 175° und erstarrt in einer Kältemischungzu einer farblosen krystallinisehen Masse. Durch Behandlung mit Wasser liefert esdie schön krystallisirende, stark antiseptische, mit Wasserdämpfen etwas flüchtigePhenylborsäure C 6 H 5 -B(OH) 2 (Schmelzpunkt 216°), die durch gelindes Erhitzen inPhenylboroxyd C 8 H 5 -BO farblose Krystallmasse, Schmelzpunkt 190°, unzersetztoberhalb 360° siedend übergeht; phenylborsaures Silber zerfällt beim Erhitzenmit Wasser in Benzol, Silberoxyd und Borsäure:

2C 6 H 5 B0 2 HAg + 3H s O = Ag,0 + 2C 6 H 6 + 2B(OH),;

Quecksilberchlorid fällt aus sehr verdünnter Lösung der Phenylborsäure Quecksilber-phenylchlorid:

C 6 H 6 -B(OH) 2 + HgCI, + H 2 0 = C 6 H 5 -HgCl -(- B(OH) 3 + HCl.

B. Silicium-Verbindungen 2 .

Durch Erhitzen von Quecksilberdiphenyl mit Siliciumchlorid entsteht Phenyl-siliciumchlorid C 6 H 5 -SiCl 3 (Siedepunkt 197°), welches durch Zersetzung mit ver-dünntem Ammoniak in Phenylsiliconsiiure (Silicobenzoesäure) C 6 H 5 -SiO-OH durchsichtige, glasige, bei 92° schmelzende, im Aether und Kalilauge leicht, inSodalösung nicht lösliche Masse übergeführt wird. Durch Einwirkung vonNatrium auf ein Gemisch von Siliciumchlorid und Chlorbenzol in ätherischer Lösungerhält man Silieiumtetraphenyl (Tetraphenyl-silicomethan) Si(C 6 H 5 ) 4 , dasaus Chloroform in grossen Krystallen anschiesst, bei 231° schmilzt, oberhalb 530°unzersetzt destillirt, beim Erhitzen an der Luft aber unter Abscheidung leichterKieselsäureflocken verbrennt; es wird durch Erhitzen mit concentrirter Salzsäureauf 200° nicht verändert, dagegen durch Erhitzen mit Phosphorpentachlorid in Tri-und Diphenylsiliciumchlorid (C 6 H 5 ).,SiCl und (C 6 H 5 ) 2 SiCl 2 übergeführt.

C. Zinn-Verbindungen 3 .

Durch Umsetzung von Quecksilberdiphenyl mit Zinntetrachlorid erhält mauZinndiphenylchlorid (C 6 H 5 ) 2 SnCl 2 (Schmelzpunkt 45°), das von concentrirter Salz-säure bei 100° glatt in Benzol und Zinnchlorid gespalten und bei manchen Beac-tionen Einwirkung von Natriumamalgam oder salpetriger Säure, Behandlung mit

x A. Michaelis (mit Becker u. Behrens), Ber. 13, 58 (1880); 15, 180 (1882);27, 244 (1894).

a Ladenbürg, Ann. 173, 151 (1874). Polis, Ber. 18, 1540 (1885); 19, 1012(1886). Gattermann, Ber. 22, 194 (1889). Gattermann u. Weinlio, Ber. 27,1946 (1894)'. Combes, Compt. rend. 122, 532, 622 (1896).

3 Ladenburq, Ann. 159, 251 (1871). Aronheim, Ann. 114, 145 (1878). Ber.12, 509 (1879). Polis, Ber. 22, 2915 (1889). Waoa, Ann. 282, 327 (1894).