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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Diphenylphosphin, Triphenylphosphin und ihre Derivate.

bildet ein weisses krystallinisehes Pulver, schmilzt bei 100°, ist in Benzol zerfliesslichund zieht begierig aus der Luft Wasser an, indem es in Phosphenylsäure übergehtVon dem Phosphenylchlorid ausgehend, konnte man auch zu Verbindungengelangen, welche auf je ein Phosphoratom zwei Phenylreste enthalten. Erhitztman nämlich Phosphenylchlorid längere Zeit im Rohr auf 300°, so liefert es imSinne der Gleichung:

2C 6 H 5 -PC1 2 = (C 6 H 6 ),PC1 + PCL,

Diphenylphosphorchlorür (C 6 H 5 ). 2 PC1 (Siedepunkt 320°); lässt man zu letzterer Ver-bindung in einer Wasserstoffatmosphäre überschüssige Sodalösung zutropfen underwärmt einige Zeit, so erhält man nach der Gleichung:

2(C 6 H 5 ) 2 PC1 4- 2H 2 0 = (C 8 H 5 ),PH + (C 6 H 5 ) 2 PO.,H + 2 HCl

Diphenylphosphin (C B H 5 )jPH und Diphenylphosphinsiiure (C 0 H 5 ) 2 PO OH (weisseNadeln, Schmelzpunkt 174°, in Wasser nicht, iu heissem Alkohol sehr leicht löslich).Das Triphenylphosphin (C 6 H 5 ) 3 P kann leicht durch Einwirkung von Natriumauf ein Gemisch von Phosphortrichlorid und Chlorbenzol in ätherischer Lösung ge-wonnen werden; es bildet grosse durchsichtige farblose Krystalle, schmilzt bei 79°,lässt sich im indifferenten Gasstrom fast unzersetzt über 360° destilliren, ist in reinemZustand fast geruchlos und löst sich in Aether, Alkohol, Benzol, nicht in Wasser.Es ist nur schwach basisch, seine Salze, wie (C,jH ä ) 3 P.HJ, werden durch Wasserzerlegt; dagegen vereinigt es sich leicht (theilweise unter heftiger Reactionj mitAlkyljodiden zu quaternären Phosphoniumjodiden wie (C 6 II 5 ) 3 (CH 3 iPJ, die inWasser löslich sind und salzartigen Charakter besitzen; zersetzt man diese Phos-phoniumjodide mit feuchtem Silberoxyd, so entstehen nicht die entsprechendenHydroxyde, sondern unter Abspaltung von Benzol Diphenylalkylphosphin-

(C 6 H 5 )3(CH 3 )P-OH - (C 6 H 6 ) 2 (CH 3 )PO + C 6 H 0 .

Durch Addition von Chlor oder Brom an Triphenylphosphin und Zersetzung desAdditionsproduktes mit Wasser oder Alkalien erhält man das Triphenylphosphin-hydroxyd (C 6 H ä ) 3 P(OH) 2 , welches im Exsiccator oder bei 100° in Triphenylphos-phiuoxyd (C 6 H 5 ) 3 PO (Schmelzpunkt 153-5°) übergeht. Letztere Verbindung besitztfür die Beurtheilung der Valenz des Phosphors Interesse; sie ist unzersetzt flüchtig,und ihre Moleculargrösse konnte daher durch Dampfdichtebestimmung festgestelltwerden. Die.Formel (C 6 H 5 ) 2 P-0-C 6 H 5 (mit dreiwerthigem Phosphor) ist durch ihreBildungsweise sowie dadurch ausgeschlossen, dass eine ebenfalls unzersetzt vergas-bare, aber in ihren Eigenschaften durchaus verschiedene Verbindung dieser Structurdurch Umsetzung von Dinhenylphosphorchlorür mit Phenol:

(C 6 H S ) 2 PC1 + OH-C 6 H ä = HCl + (C 6 H 5 ) 2 P-0-C 6 H ä

erhalten wurde; das Triphenylphosphinoxyd, das eine Deutung als Molecularverbindungnicht zulässt, kann demnach nur von fünfwerthigem Phosphor abgeleitet werden.

B. Arsen-Verbindungen 1 .

Phenylarsenchlorlir CH 5 -AsCl 2 bildet eine farblose, das Licht stark brechende,nicht sehr leicht bewegliche Flüssigkeit, siedet bei 252255", raucht nicht an der

1 Vgl.: A. Michaelis (mit La Coste, Link, Loesner, Paetow, Rabinerson, Reese,Schölte u. A.), Ber. 8, 1316 (1875); 9, 1566 (1876); 10, 622 (1877); 14, 912 (18811;15, 1952, 2876 (1882); 18, 41 (1885); 27, 263 (1894). Ann. 201, 184 (1880); 207,193 (1881); 233, 60 (1886); 270, 139 (1892). La Coste, Ann. 208, 1 (1881).Philips, Ber. 19, 1031 (1886). Holle, Ber. 25, 1518 (1892). Waoa, Ann. 282,326 (1894).