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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Fett-aromatische Diazoamidokörper.

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N(OH)-NH'C 7 E^ annimmt. Wenn man nun-aber in solchen desmotropen

Diazoamidokörpern das Wasserstoffatom der N 3 H<^-Gruppe vermittelst

der Phenylisocyanat-Reaction (vgl. S. 343) durch den Phenylharnstoff-RestCH 5 -CO-NH ersetzt, so lässt sich die Constitution des Reactions-produktes durch Spaltung eindeutig bestimmen. Aus dem Umstand z. B.,dass der aus Benzol-diazoamido-toluol entstehende zusammengesetzteHarnstoff bei der Spaltung p-Tolylphenylharnstoff C 7 H 7 NH-CO-NH-C 6 H ß

liefert, folgt für denselben die Formel

C 6 H 5

N:N-N'

,C 7 H 7

während die Formel G 7 H 7 -N:N-N<

" C 6 H 5

^CO-NH-C 6 H 5

\C0.NH-C 6 H 6 'dadurch ausgeschlossen

wird. In dieser Reaction erblickt nun H. Goldschmidt ein Mittel, umauch die Constitution der Diazoamidoverbindungen selbst zu bestimmen;er geht dabei von der Ansicht aus, dass diejenigen Reactionen, welche beiGegenwart von Wasser, Alkohol, Säuren und ähnlichen Verbindungen ver-laufen, für Constitutionsbestimmungen desmotroper Substanzen ungeeignetsind, weil bei ihnen Umlagerung durch Anlagerung z. B. der Elementedes Wassers an die Doppelbindung möglich ist; bei der Einwirkung vonPhenylisocyanat aber, die bei Abwesenheit von Wasser, Alkohol, Säuren etc.verläuft, sei eine solche Umlagerung ausgeschlossen.

Diazoamidokörper, welche die Gruppe N 3 H nur einerseitsaromatisch .gebunden enthalten.

Auch durch Kuppelung mit secundären Aminen der Fettreiheund primären Benzylaminbasen (vgl. S. 241) sind aus Diazoverbin-dungen Diazoamidokörper erhalten worden 1 , z. B.:

CsHs-N.-OH + NHCCHs^ = C 6 H 6 .N:N-N(CH 3 ) 2 + H 2 0.CeHs-Nj-OH + NHj-CHj-CsHs = C 6 H«.N:N-NH.CH a -C 6 H 5 + H 2 0.

Diazobenzoldimethylamid: C 6 H 6 N: N N(CH 3 ) 2 ist ein gelblieh gefärbtes,stark lichtbrechendes Oel, siedet unter 12 mm Druck bei 113114°, auch untergewöhnlichem Druck fast unzersetzt bei ca. 240°, zeigt bei 18° das spec. Gew. 1-032und besitzt die Eigenschaften einer schwachen Basis; die wässerige Lösung der Salzezersetzt sich aber schon in der Kälte nach kurzer Zeit, beim Erwärmen sofort unterBildung von Stickstoff, Phenol und Dimethylamin.

Durch Combination von Diazobenzol mit Benzolsulfamid (vgl. S. 137)ist Benzol -diazo- benzolsulfamid 2 C 6 H 5 N:NNH-S0 2 -C 6 H 5 erhalten;

1 Baeyer u. Jäger, Ber. 8, 148 (1875). H. Goldschmidt u. Holm, Ber. 21,1016 (1888). H. Goldschmidt u. Gessner, Ber. 22, 928 (1889). H. Goldschmidtu. Badl, ebenda 933. Kröber, Ber. 23, 1028, 1032 (1890). Hedsler, Ann. 260,249 (1890). .

* Hinsberg, Ber. 27, 599 (1894).