Diazoester.
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nach einigen Augenblicken Stickgas zu entwickeln beginnt und dabei ineine zähe, braunrothe Substanz umgewandelt wird.
Dagegen ist es neuerdings gelungen, einen Diazoester 1 in analysir-barem Zustand herzustellen, den p-Nitrodiazobenzol-methylesterN0 2 -C 6 H 4 -N—N—OCH 3 , welcher durch Einwirkung von Jodmethylsowohl auf das p-Nitrodiazobenzolsilber, wie auf das Iso-p-nitrodiazo-benzolsilber (Silbersalz des p-Nitrophenylnitrosamins, vgl. S. 216—217)entsteht. Er krystallisirt aus Aether in fast farblosen Nädelchen, schmilztbei 83°, ist in den organischen Lösungsmitteln leicht, in Wasser nichtlösüch. Als echte Diazoverbindung charakterisirt er sich dadurch, dasser beim Kochen mit verdünnten Säuren unter Stickstoffentwickelungp-Nitrophenol liefert, mit Anilin unter Bildung von p-Nitrodiazoamido-benzol N0 2 -C 6 H 4 -N:N-NH-C e H 5 , mit Phenol unter Bildung von p-Nitro-benzol-azo-phenol NO 2 -C 6 H 4 -N:N-C 0 H 4 -OH reagirt. Durch sehr geringeMengen Essigsäure wird er in alkoholischer Lösung äusserst rasch inNitrodiazobenzolacetat verwandelt.
Den Diazoestern analoge Schwefel verbindungen* entstehen durch Ein-wirkung von Diazoverbindungen auf aliphatische Mercaptane. Analysirt ist dasNatriumsalz der Verbindung, welche nach der Gleichung:
,N=NC 6 H 4 < / + SH-C 2 H 6
c 6 h/
■N=N—S-C 2 H 5SO.H
durch Combination von Diazobenzolsulfosäure mit Aethylmercaptan gebildet wird;es bildet schöne, hellgelbe Nädelchen und liefert beim Kochen mit Alkohol unterStickstoffentwickelung das Natriumsalz der Sulfosäure des Aethylplienylsulfids NaS0 8 ■CgH^ • S * C 2 H 5 .
Auf Oxime 8 reagiren Diazoverbindungen derart, dass 1 Mol. Diazochlorid sichmit 2 Mol. Oxim unter Austritt von 1 Mol. HCl vereinigt, was man z. B. durchfolgende Gleichung ausdrücken kann:
/O.N:CH-CH 3C 6 H 5 -N=:N-Cl + 20HN:CHCH a = HCl + C 6 H 5 -NH-N<
N).N:CH.CH 3
Die so entstehenden Verbindungen sind farblos, krystallisirbar und liefern bei derZersetzung mit verdünnter Salzsäure Diazoimide. Das Combinationsprodukt vonDiazobenzol mit Acetaldoxim schmilzt bei 86° und fängt bei 120° an, sich zuzersetzen.
Von Interesse sind die Verbindungen, welche durch Combinationvon Diazoverbindungen mit seh wenigsauren Salzen entstehen 4 — im
1 v. Pechmann u. Frobenius, Ber. 27, 672 (1894). — Bamberqer, ebenda, 917,2584. — Hantzsch, ebenda, 2968.
1 Stadler, Ber. 17, 2075.(1884).
8 Mai, Ber. 24, 3418 (1891); 25, 1685 (1892).
* E. Fischer, Ann. 190, 73 (1877); 199, 304 Anm. (1879). — Haller, Ber. 18,90 (1885). — Feer, D. K. P. Nr. 53 455 (1889); vgl. Friedländer, Fortschritte d.Theerf.-Fabr. 1887—1890, S. 558. — Paal u. Kretschmer, Ber. 27, 1245 (1894). —Hantzsch, ebenda, 1715, 1721, 1726, 2099, 2930. — Bamberger, ebenda, 2584, 2970.— Claus, J. pr. [2] 50, 239 (1894).