Sulfone.
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— Der Aethylcster C 6 H ä • S0 2 ■ S • C 2 H ä ist ein schwach riechendes Oel, mit Wasser-dämpfen kaum flüchtig, für sich nicht ohne Zersetzung destillirbar, schwerer alsWasser.
Benzoldisulfoxyd 1 C 6 II 5 • S0 2 • S • C 6 H 5 (Benzolthiosulfonsäurephenyl-ester) krystallisirt aus Weingeist in wasserhellen, glasglänzenden, monoklinen Tafeln,schmilzt bei 45°, ist unlöslich in Wasser und Alkalien, leicht löslich in Aether undheissem Alkohol.
Das Thioanhydrid der Benzolthiosulfonsäure 2 C„H ä • S0 2 • S• SO, • C 6 H 5 (Tri-thion Verbindung) bildet farblose, halb durchsichtige Krystallc vom Schmelzpunkt 133bis 134°. Die entsprechende Tetrathionverbindung: 2 C 6 H 5 • S0 2 • S ■ S • S0 2 ■ C 6 H 5 schmilztbei 76—77° und zersetzt sich beim Umkrystallisiren aus Eisessig theilweise unterBildung eines Gemisches der TrithionVerbindung mit der Peiitathionverbindung' 2C 6 H 5 -S0 2 -S-S-S-S0 2 -C 6 H 5 (Schmelzpunkt 101—102°).
IV. Sulfone.
Unter den Sulfonen der aromatischen Reihe hat man zwei Gruppenzu unterscheiden. Die eine umfasst solche Sulfone, welche beiderseitsaromatische Radicale an das Sulfurylradical gekettet enthalten, z. B.
C„H,
-S0 2 —C 6 H 5 , und daher als rein aromatische Sulfone bezeichnet
werden können. Die Sulfone der zweiten Gruppe dagegen enthalten einaromatisches und ein aliphatisches Radical vermittelst des Sulfurylrestesmit einander verknüpft, z. B. C 6 H 5 • S0 2 • CH 3 ; man kann sie daher fett-aromatische Sulfone nennen.
A. Rein aromatische Sulfone.
Sie entstehen als Nebenprodukte, wenn man aromatische Kohlen-wasserstoffe mit concentrirter oder rauchender 3 Schwefelsäure sulfurirt,in etwas grösserer Menge bei der Sulfurirung mittelst Schwefelsäure-chlorhydrin 4 . Während nach dieser Bildungsweise nur Sulfone mit zweigleichen Radicalen erhältlich sind, kann man zu Sulfonen mit ungleichenRadicalen gelangen, indem man Sulfosäuren in Gegenwart von Phos-phorpentoxyd 6 oder Sulfochloride in Gegenwart von Aluminiumchlorid 8auf Kohlenwasserstoffe bezw. Derivate derselben wirken lässt, z. B.:C 6 H 5 .S0 2 -C1+ C 6 H 5 C1 = HCl + C 6 H 6 -S0 2 -C 6 H 4 C1.
Mit Hülfe der letzterwähnten Reactionen ist gezeigt worden, dass manein und dasselbe Phenyltolylsulfon erhält, gleichgültig, ob man von derBenzolsulfosäure oder von der Toluolsulfosäure ausgeht 7 :
1 Otto, Ann. 145, 318 (1867). J. pr. [21 49, 384 (1894). — Pauly u. Otto,Ber. 9, 1639 (1876); 10, 2183 (1877); 11, 2070 (1878). — Escales, Ber. 18, 893 (1885).— Otto u. Eössing, Ber. 19, 1235 (1886); 20, 2090 (1887).
2 Otto u. Teoeqee, Ber. 24, 1125 (1891). 3 Vgl. Berthelot, Ber. 9, 349 (1876).4 Knapp, Ztschr. Chem. 1869, 41. — Beckums u. Otto, Ber. 11, 2061 (1878). —
0. Jacobsen n. Schnapaufp, Ber. 18, 2841 (1885). — 0. Jacobsen, Ber. 20, 897 (1887),6 Michael u. Adair, Ber. 10, 583 (1877).
6 Beckürts u. Otto, Ber. 11, 2066 (1878).
7 Michael u. Adair, Ber. 11, 116 (1878).