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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Die Isomeriegesetze des Benzols.

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dieser Richtung angestellt worden sind, verliefen indess bislang ergebnisslos; freilichsind sie vielleicht noch zu wenig zahlreich und nicht systematisch genug verfolgt, alsdass man zu der Ansicht berechtigt wäre, die Configuration des Benzolkerns ermög-liche überhaupt nicht das Auftreten activer Modifikationen bei Substitutionsprodukten.Für diese Ansicht fällt der Umstand mehr in's Gewicht, dass bei den zahlreichenBenzolderivaten, die man entweder direct in der Natur vorkommend gefunden oderaus complicirteren (und häufig aus activen) Naturprodukten abgespalten hat, dieErscheinung der optischen Activität niemals ausser in den Fällen, wo die Seiten-ketten asymmetrische KohlenstofFatome enthielten, constatirt ist.

Sechstes Kapitel.Die Isomerie bei den Substitutionsprodukten des Benzols.

(Die Isomeriegesetze des Benzols und ihr Beweis. Die Ortsbestimmung. Nomen-

clatur der Substitutionsprodukte. Kegelmässigkeiten für den Eintritt der Sub-

stituenten und ihre wechselseitige Wirkung.)

Die Isomeriegesetze des Benzols und ihr Beweis.

Schon im vorigen Kapitel wurden die beiden wichtigstenIsomerie-gesetze", welche das Studium der Benzolsubstitutionsprodukte ergebenhat, erwähnt:

I. Monosubstitutionsprodukte existiren nur in einer Form;IL Disubstitutionsprodukte existiren in drei isomeren Formen.Für diese beiden Sätze konnte ein exaeter Beweis 1 geliefert werden,der im Folgenden nun mitzutheilen ist. Zum Verständniss gewisserBezeichnungen sei vorangeschickt, dass man die drei Reihen isomererDiderivate als Ortho-, Meta- und Paraverbindungen von einander zuunterscheiden pflegt.

Zunächst konnte Ladbnbüeg den Nachweis führen, dass

1. im Benzolmolecül vier gleichwerthige Wasserstoff-atome existiren,die mit a, b, c und d bezeichnet werden mögen. Es lässt sich nämlichdas gewöhnliche Phenol C 6 H 5 (OH) durch Einwirkung von Bromphosphor

Sie wurden durch die Erwägung veranlasst, dass vielleicht ein Benzolkern, bei welchemjede einzelne der nach aussen gerichteten Valenzen in verschiedenartiger Weise be-ansprucht ist, ähnliche Verhältnisse zeigen möchte, wie ein Kohlenstoffatom, dasdurch seine vier Valenzen mit vier verschiedenen Gruppen verbunden ist. Es ergabsich, dass bei der fractionirten Krystallisation der Cinchonin-, Codein- und Strychnin-salze eine Zerlegung in active Modificationen nicht gelang. Auch durch Pilzculturen mittelst Penicillium glaueum in Gegenwart von Nährsalzen konnte Activitätnicht hervorgebracht werden, wobei indess zu bemerken ist, dass wegen der Giftig-keit der Säuren die Lösungen ausserordentlich verdünnt angewendet werden mussten.

1 Ladekburq, Theorie der aromatischen Verbindungen (Braunschweig 1876);vgl. daselbst und in der S. 46 citirten Bearbeitung R. Meyers (S. TG F) auch dieLiteraturangaben.

V. Meyer u. Jacobson, arg. Chcin. II. 5 (August 94.)