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Die eigenthümliche Bindungsart im aromatischen Kern:
Valenzen können paarweise unter Bildung von Doppelbindungen zusammen-treten:
Auch die Diagonalformel führt somit — in dieser Weise „centrisch"aufgefasst — zu einem Verständniss der Erscheinung, dass sich imGegensatz zu den eigentlichen Benzolderivaten die Dihydro- und Tetra-hydroderivate wie ungesättigte Verbindungen verhalten. Aber ihr Sym-bol lässt ebenso wie das KEKULE'sche Symbol diese Beziehungen nichtunmittelbar ablesen; es bedarf dazu erst einer Interpretation des Begriffsder centralen Valenzen.
So ist durch die Untersuchungen über die Isomerie der Substitu-tionsprodukte des Benzols und schliesslich durch die Erkenntniss derBeziehungen zwischen aromatischen und hydroaromatischen Verbindungen,deren Förderung vor Allem A. v. Baeyee zu danken ist, eine Auffassungvon der Constitution des Benzols gezeitigt, welche man in den folgendenWorten aussprechen kann:
Das Molecül des Benzols besteht aus sechs CH-Gruppen, welchevöllig gleichartig durch die von jeder einzelnen Gruppe ausgehen-den drei Kohlenstoffvalenzen — in Summa demnach achtzehn —zu einem Ringsystem vereinigt werden. Da zum Zusammenhaltder sechs Gruppen die Aufwendung von zwölf Valenzen genügenwürde, so ist ein Ueberschuss von sechs Valenzen vorhanden,welcher eine dichtere Bindung der sechs einzelnen Ringgliederin einer anderen als der gewöhnlichen Bindungsform be-wirkt. Wenn bei Additionsvorgängen diese sechs überschüssigenValenzen — in drei Paaren von je zwei — für die Bindung vonan den Kern sich anlagernden Gruppen nutzbar gemacht werden,so werden hierdurch die inneren Bindungsverhältnisse des Kernsderart geändert, dass sich die einzelnen Valenzen in der gewöhn-lichen Form der Doppelbindung bezw. einfachen Bindung paar-weise absättigen.Diese Auffassung findet ihren deutlichsten Ausdruck in der „cen-trisohen" Formel von Armstrong und Baeyer:
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HC V I /CH
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