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Die Benzolformeln von Kekule, Claus und Ladenburg.
Wenn eine CH-Gruppe mit den drei freien Valenzen nur auf einezweite CH-Gruppe wirkt, so entsteht das Molecül des Acetylens CHiCH,in dem alle Valenzen bereits beansprucht sind; ein Molecül C 6 H 6 kannalso bei solcher Verkettungsweise nicht zu Stande kommen.
Nimmt man an, dass jede CH-Gruppe mit zwei anderen CH-Gruppen Valenzen austauscht, so gelangt man zu der schon erwähnten„Kekule' sehen Formel":
l.
CH
ICH
^CH-
CH
CH
Man kann endlich annehmen, dass jede CH-Gruppe mit drei an-deren CH-Gruppen in directer Bindung steht; diese Möglichkeit wirddurch die beiden Formeln:
.CHv
3.
CH
H'
CH
CH
CH ----
CH-
~CH'
CH
-CH
-CH'
ausgedrückt, welche von Claus aufgestellt sind. Die Formel Nr. 2 istvon Claus besonders vertheidigt und wird daher meist als die „Claus' -sehe Formel" oder wegen des Aussehens, welches sie bei der graphischenDarstellung annimmt, als „Diagonal-Formel" bezeichnet. Für dieFormel Nr. 3 ist besonders Ladenburg eingetreten; ihr Grundgedankelässt sich dahin aussprechen, dass jedes Kohlenstoffatom an drei anderegebunden ist, von denen zwei wieder untereinander direct gebunden sind,und kann auch durch die Formelbilder:
3a.
3 b. CH
CH
CH
CH
CH
wiedergegeben werden, welche ihn nur in anderer graphischer Dar-stellung, wie die Formel 3. ausdrücken; man nennt sie die „Laden -BUEG'sche Formel" oder wegen ihrer Erscheinung in der besondersgebräuchlichen Darstellung 3b. die „Prismenformel".
Die drei eben entwickelten Formeln sind die einzigenStructurformeln, welche man bei Berücksichtigung des Satzesvon der Gleichwerthigkeit der sechs CH-Gruppen und beiAnwendung des durch die Deutung der aliphatischen Verbin-