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2 (1829)
Entstehung
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Geruch, aber einen äusserst scharfen, widrigen, bitleren, lange anhaltenden Geschmack, und hinterlassenlange eine Trockenheit im Halse.

Die medicinischen Kräfte des Sabadillsamens sind heftig abführend und drastisch. Schmucker hat sie als einWurmmittel hauptsächlich gegen den Bandwurm empfohlen. Thilenius empfahl sie unter Klystiere gegen Askariden,Aeusserlich sind sie gegen Kopfungeziefer eines der wirksamsten Mittel. Die Anwendung des Sabadillsamens erforderteine sehr grosse Vorsicht, und wenn er äusserlich gegen Kopfungeziefer angewendet werden soll, so dürfen keine of-fenen Stellen auf dem Kopfe seyn. Das Pulver verliert mit der Zeit an Wirksamkeit, daher es nicht auf lange Zeit vor-räthig gehalten werden darf.

Chemische Bemerkung. Nach Meissner (Trommsdorff n. J. V. 1. S. 3. und Schw. XXV. S. 337) bestehen 500Theile Sabadillsamen aus: 121,0000 Th. fettem Oehle; 2,1250 Th. talgartigem fetten Stoffe ; 2,8801 Th. Sabadillin;0,5000 Th. Myricin; 42,1250 Hartharz; 7,2768 Th. scharfen Harze; 29,8431 Th. Extraclivstoffe mit Pflanzensäureverbunden; 24,6250 Th. gummigten Exlraclivsloffe ; 3,2500 Th. süssen Extraclivstoffe; 120,6900 Th. Exlraclivstoffe ,welcher durch Aetzkalilauge ausgezogen wurde; 5,5625 Th. Phyteumacolla mit saurem pflanzensaurem und salzsau-rem Kali; 5,3125 Th. kleesaurer Bittererde mit Traganlhstoff; 102,8100 Th. Pflanzenfaser; 30,0000 Th. Feuchtigkeit.Die Asche enthielt kohlensauren und phosphorsauren Kalk, Thonerde, Eisenoxyd und Kupferoxyd.

Nach Pelletier und Caventou (Annal. de Chimie et de Phys. Tom. XIV. p. 69- ff-) enthält der Sabadillsame :fette Materie, die aus Elaine Stearine und Sabadillsäure zusammengesetzt ist; Wachs; saure galläpfelsaure Veratrine;gelben Färbestoff; Gummi und Holzfaser. Die Asche welche sie erhielten, war zusammengesetzt aus kohlensauremKali und Kalke, phosphorsaurem und salzsaurem Kali und Kieselerde. Der vorzüglichste und eigentlich der wirksameBestandtheil des Sabadillsamens ist das Sabadillin oder Veratrin, welches ausser den Sabadillsamen auch in der Wur-zel der weissen Niesswurzel, Veratrum album J und in der Zeitlose, Colchicum autumnale,, enthalten ist.

Nach Meissner wird dieses Sabadillin auf folgende Art dargestellt. Man zieht den Sabadillsamen mit massigstarkem Alcohol aus, verdampft diesen bey gelinder Wärme, behandelt den harzigen Rückstand mit Wasser, filtrirtdie braune Auflösung und setzt solange basisch-kohlensaures Kali zu, als noch die geringste Trübung entsteht, wäschtden Niederschlag so oft mit Wasser aus, bis dieser ungefärbt abläuft, und trocknet ihn in gelinder Wärme. DiesesPulver ist das Alcaloid.

Nach Pelletier und Caventou extrahirt man den Samen zu wiederhohlten Mahlen mit kochendem Alcohol.Die erhaltenen und fast noch kochend filtrirten Tincturen lassen bey dem Erkalten wachsartige, weissliche Flockenfallen. Die von diesen Flocken abgesonderte Flüssigkeit wird in kaltem Wasser aufgelöst und filtrirt, wobey einekleine Quantität fettiger Substanz auf dem Filtrum zurückbleibt. Man raucht hierauf die Flüssigkeit langsam ab, wo-bey sich ein gelblich orangefarbener Niederschlag bildet, welcher die Charactere des fast in allen holzartigen Vege-labilien gefundenen färbenden Stoffes zeigt. Nun mischt man zu der sehr gefärbten Flüssigkeit eine Auflösung von es-sigsaurem Bley, wobey auf der Stelle ein neuer sehr reichlicher gelber Niederschlag entsteht, den man durch das Fil-trum trennt. Die fast ganz entfärbte Flüssigkeit enthält jetzt noch ausser anderen Substanzen essigsaures Bley, wel-ches im Ueberflusse zugesetzt worden ist. Dieses Bley scheidet man mittelst eines Stroms von Schwefelwasserstoffgasab, filtrirt dann die Flüssigkeit und concentrirt sie durch Abdampfen, behandelt sie dann mit Magnesia und filtrirtsie von neuem. Die niedergefallene Magnesia behandelt man mit kochendem Alcohol, und die Flüssigkeit liefert nunbeym Abrauchen das Alcaloid mit gelblicher Farbe. Durch wiederhohltes Auflösen in Alcohol und Niederschlagen ausdemselben mit Wasser erhält man das Alcaloid endlich in Gestalt eines sehr weissen, völlig geruchlosen Pulvers.

Das Sabadillin ist im reinen Zustande weiss und pulverig, hat keinen Geruch; in die Nase selbst in sehr klei-ner Menge gebracht erregt es ein sehr heftiges und gefährliches Niessen. Der Geschmack ist ausserordentlich scharfund brennend, von unangenehmer kratzender Empfindung im Schlünde. In sehr kleiner Gabe bringt es durch Rei-tzung der Schleimhäute das heftigste Erbrechen hervor. Diese Reitzung verbreitet sich über die Eingeweide, wenndie Gabe etwas stärker ist, und einige Grane können den Tod herbeyführen. An der Luft bleibt es unverändert;geröthetes Lackmuspapier erhält seine blaue Farbe sogleich wieder, wenn man eine durch Wasser angefeuchteteStelle damit bestreut. Es schmilzt bey 50° C. mit wachsartigem xlnsehen und gesteht beym Erkalten zu einerdurchscheinenden ambragelben Masse. Es ist in kaltem Wasser sehr wenig auflöslich ; kochendes Wasser löst T ^^seines Gewichts davon auf und erhält davon einen merklich scharfen Geschmack. In Alcohol ist es leicht auflös-lich, eben so in Aether, doch in geringerer Men<>e.

E rklä r un g der T a fei 244,

a) Eine blühende Pflanze.

b) Ein Zwilterblümchen.

c) Ein männliches Blümchen.

d) Ein Aestchen der Fruchttraube.

c) und f) Reife Kapseln, wie sie im Handel vorkommen.g) Eine derselben im Durchschnitte.h) Die Samen.