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Destillat. Der geistige Auszug hat eine gelbe Farbe, einen angenehmen Veilchengeruch, und einen bitterlichenbalsamischen, scharfen Geschmack, von einer Schärfe, die sich erst allmählig entwickelt, und in dem Schlündeein Brennen verursacht. Der wässerige Aufguss ist blassgelb von bitterlichem, massig scharfen und etwas wider-lichen Geschmacke, und von einem angenehmen Veilchengeruche. Durch starkes Auskochen erhält man f schmu-tzigbraunes, bitterliches, kaum etwas scharfes Extract von einem noch merklichen Veilchengeruch; es bestehtaus gummigtem StolFe und Stärkemehl mit einem kleinen Antheile eines scharfen Harzes, welches der vorzüglichwirksame Bestandlheil der Wurzel zu seyn scheint.
Nach Vogel (Trommsd. J. XXIV. 2. S. 64) erhält man hey der Destillation mit Wasser ein milchiges De-stillat, auf dessen Oberfläche eine strohgelblich-weisse Masse, ungefähr so wie bey der Destillation der Rosen-blätter, von dem angenehmsten Veilchengeruche schwamm, welche sich sonst wie ein festes ätherisches Oehlverhielt. Das Decoct nahm von schwefelsaurem Eisenoxydul eine weinrolhe, von schwefelsaurem Eisenoxyd einedunkelgrüne, beynahe schwarze Farbe an. Das durch Abrauchen erhaltene Extract war schmutziggrau. BeymErkalten der Absude schied sich Amylum aus: Das oben erwähnte Weichharz erschien Herrn Vogel durch Be-handlung mit Alcohol mehr als fettes Oehl, welches bey gewöhnlicher Temperatur die Gonsistenz des Ricinus-öhles hatte, gelbgrün war, und ausserordentlich bitter und scharf schmeckte. Es war in Aelher, Alkohol undTerpenthinöhl leicht auflöslich. Das Extract enthielt adstringirenden ExtractivstofF und Gummi.
Zuweilen kommt die florentinische Violenwurzel mit der Wurzel der blauen Schwertlilie, Iris germanicaL. vermischt vor. Diese ist daran zu erkennen, dass sie kleiner, dünner und weniger weiss ist, und einen sehrschwachen Geruch besitzt.
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In dem k. k. botanischen Garten zu Wien befindet sich seit vielen Jahren eine Iris-Art, deren Wurzel,wenn sie getrocknet ist, einen starken veilchenartigen Geruch besitzt, und die Iris pallida Lara., J. odoratissimaJaca. ist. Da nun diese Pflanze gleiches Vaterland mit der Florentiner Iris hat, und weit üppiger wächst undleichter fortkommt; so ist zu vermuthen, dass die Wurzel dieser Pflanze eben so wie die Florentiner Violcnwur-zel gesammelt, getrocknet, und in Handel gesetzt werde. Aus diesem Grunde habe ich es für gut befunden eineBeschreibung und Abbildung dieser Pflanze zu geben.Iris pallida Lam. _, J. odoratissima Jacq.: barbata; foliis ensiformibus, glabris, brevioribus scapo multifloro; pe-
talis magnitudine omnibus aequalibus. Jacq.Bärtig; die Blätter schwertförmig, glatt, kürzer als der vielblumige Schaft; die Kronenblätter rücksichtlich der
Grösse alle gleich.
Die Wurzel dieser Pflanze ist fleischig, dick, innerlich weiss, aussen bräunlich, und mit Querstreifenversehen. Die Blätter auf den blühenden Stängeln sind lanzettförmig-schwertförmig, die Wurzelblätter schwertförmig;alle schneidend, vollkommen ganz, gestreift, stark, aufrechtstehend, mit vielem graugrünen Reif belegt. Der Stän-gel ist fast zwey Fuss lang, rund, zweymahl so dick als ein Federkiel, stark mit graugrünen Reif belegt, undmit mehreren drejblumigen kurzen, aufrechten Aesten besetzt. Die Blumenscheiden sind zerstreut, eyförmig, et*was stumpf, aufgeblasen, ausgehöhlt, umfassend, vertrocknet, durchscheinend. Die meisten Blumen sind sitzend,gross, sehr angenehm riechend, blassblau. Die äusseren umgebogenen Kronenblätter sind flach, vollkommenganz, selten ausgerandet, umgekehrt eyförmig, mit einem dichten gelben Bart versehen. Die inneren Kronen-blätter sind den äusseren sehr ähnlich, nur .dass sie ausgerandet, ohne Bart sind, und aufrechtstehen. Die Staub-beuteln sind weisslich. Der Fruchtknoten ist länglichrund, dreyfurchig, grün; die Narben sind länglich, aul-recht, blässerblau als die Kronenblätter, mit zweyspaltiger, spitziger und etwas gekerbter Spitze. Die Kapse'ist länglich und dreyfurchig, stumpf, unbehaart, dreyfächerig, dreyklappig, bräunlich. Die zahlreichen Samensind gross, unregelmässig viereckig, und bräunlich.
E r k I ä r u n g d e r T a f e 1 218-
Iris florentiiia. I.
a) Ein blühender Slängel.
b) Die Wurzel mit Wurzelblättern.
E r klar n n g d e r T a f c 1 219-
Iris pallida. Lam.
a) Ein blühender Stängel.
b) Eine unreife Kapsel.
c) Eine reife Kapsel.
d) Samen.
e) Die Wurzel mit Wurzelblättern.