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2 (1829)
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Das Holz dieser Weide ist weich, zum Brennen wenig tauglich, dehn es hält keine Hitze, und gibt keineKohle. Die jungen Zweige dienen zur Körben und Fischreusen; die älteren zu Reifstäben.

Chemische Bemerkimg. Professor Bartoldi in Colmar (Annales de Chimie T. XXX. n. 90. pag. 268) ana "lysirte die frisch getrocknete Rinde der weissen Weide. Nach seiner Angabe ertheilt die Rinde dem Alcohol»mit welchen sie digerirt wird, eine grüne Farbe, und die Rinde selbst wird entfärbt. Aus allen dort angeführ-ten Versuchen erhellet, dass der grösste Theil der Infusionen und Decocte aus Gerbestoff besteht.

Pelletier und Caventou (Journ. de Pharm. Mars 1821) suchten ein Alkaloid in der Weidenrinde, welchesdem der Chinarinde ähnlich wäre. Sie Zogen zu diesem Zwecke die Rinde mit Alcohol aus; der Auszug H eS *beym Erkalten einige Flocken Wachs fallen. Durch das Verdunsten dieses Auszuges erhielten sie ein geistig eSExtract, welches im Wasser nicht ganz auflöslich war, sondern eine braunröthliche, sehr wenig im Wasser aid"lösliche Materie, und eine grüne, fette, im Aether auflösliche Materie zurückliess. Die wässerige Auflösung desgeistigen Extracts röthete die Lackmustinctur , wurde weder durch Galläpfelaufguss noch durch Brechweinsteingefällt, gab aber mit Gallerte einen reichlichen Niederschlag. Das schwefelsaure Eisen bildete darin einen dun-kelgrünen sehr reichlichen Niederschlag. Mit der gebrannten Magnesie schied sich der färbende Stoff ab, der sierosenroth färbte. Die davon abfiltrirte Flüssigkeit hatte eine goldgelbe Farbe, und einen schwach bittern Geschmack;sie war nicht im Geringsten alkalisch, mit Kali gab sie einen weissen Niederschlag, welcher nichts anders warals Magnesia die sich in der Flüssigkeit in dem Zustande einer salzigen Verhindung aufgelöst befand; übrig enSist die Säure dieses Salzes nicht näher bestimmt worden. Der Magnesieniederschlag wurde, nachdem er gut aus-gewaschen und getrocknet war mit Alcohol behandelt, welcher daraus ein wenig Färbestoff auflöste. Aus der durchAlcohol erschöpften Rinde liess sich durch Auskochen mit Wasser noch ziemlich viel Gerbestoff und Schleiß 1 *aber kein Stärkemehl ausziehen. Die Weidenrinde enthält also nach dieser Analyse kein den Chinaalkaloide' 1ähnliches Alkaloid, sondern Gerbestoff, eine noch nicht genau bestimmte Säure, eine rothbraune harzige Ma te 'rie, ein grünes Balsamharz, einen gelben Färbestoff und Gummi.

Fontancij, ein italienischer Pharmaceut, will in der Weidenrinde eine Salzbasis gefunden haben, deren Ver-bindung mit Schwefelsäure bedeutende niedicinische Wirkung haben soll > und die er Salicin nannte. Dieses be-darf aber noch einer Bestätigung-.

Die Weidenarten sind schwer von einander zu unterscheiden, und daher ist ihre Verwechslung sehr leid»möglich, ja sogar häufig, denn es gibt wohl wenig Pflanzengattungen , deren specifike Charaktere so sehr in einandeitibergehen, und deren Arten so feine Unterscheidungskennzeichen besitzen, wie die Weidenarten. Das beste Wer»*welches wir in dieser Hinsicht besitzen, ist das vom k. k. Herrn Leibmedicus Doctor Host herausgegebene Pracht"werk mit Abbildungen: N. Th. Host etc. Salix Tus. I. Vindobonae. 1828, in fol. reg. c. fig. color.

Wenn gleich nun die Wirkung der Rinden von den verschiedenen Weidenarten auf den menschlichen Körp eVso ähnlich ist, dass, wenn auch eine Verwechslung hier vorgehen sollte, die Folgen nicht von Bedeutung für dei*Kranken seyn dürften: so ist es doch Pflicht eines jeden Apothekers die verlangte Rinde zu geben, indem oft <h ekleinsten Abweichungen in den Eigenschaften derArzneyen anderer Art Wirkungen, als die erwarteten hervorbringe 11 "

Die gewöhnlichsten Weiden, mit denen die weisse Weide verwechselt wird, sind: Die Bruchweide, Sold'weide, und die Lorbeerweide.

a) Die Bruchweide, Salix fragilis_, hat braune Zweige; die Blätter sind eben, eyförmig-lanzettförnUr'auf der Oberfläche dunkelgrün, glänzend, auf der Unterfläche bereift, und mit äusserst zarten, einzeln stehenden*anliegenden, seidenartigen Haaren bedeckt, und am ganzen Rande mit wenig hervorstehenden ungleichen Sägezähn eJ1umgeben, deren jeder eine kleine Drüse trägt. Die über einen Zoll langen Kätzchen kommen zu Ende Aprils, W 11 'die Blätter schon etwas entwickelt sind. Die männlichen Blüthen haben unter jeder Schuppe zwey oder drey Stau*gefässe, die weiblichen einen glatten Fruchtknoten.

b) Die Sohlweide, Salix Caprea_, ein grosser Baum", dessen ältere Zweige eine gelbliche glatte Rin« e 'die jüngsten hingegen eine weissliche behaarte Rinde besitzen. Die Blätter sind runzlieh, gesägt, gestielt, eyförn^noder länglich, am untern Ende verdünnt, am obern zugespitzt, an altern Stämmen drey Zoll lang und zwey Zoll bren*an Jüngern 7 8 Zoll lang, 4 Zoll breit, auf der Oberfläche dunkelgrün nur an den Adern behaart, an der unter 1graugrün mit einem feinen dichten Filz überzogen, am Rande etwas wellenförmig gebogen, und von der Spitze hi szur Hälfte stumpfgezähnt, an dem untern Rande aber ganz. Die eyförmigen Kätzchen kommen vor den Blättern irnMärz, die Kapseln sind filzig.

c) Die Lorbeerweide, Salix pentandra j, mit dunkelbraunen Zweigen. Die Blätter sind eben, gestie 1 *eyförmig-I an glich, oder eyförmig, 4 Zoll und darüber lang, und ungefähr 1* Zoll breit, auf der Oberfläche gl a °'zend, dunkelgrün, auf der Unterfläche blassgrün, am ganzen Rande ungleich gesägt; jeder Sägezahn ist an ^ eSpitze mit einer kleinen Drüse versehen. Der Blattstiel ist nach oben zu beyden Seiten mit mehreren Drüsen b edeckt. An der Basis sind bey jungen Trieben zwey halbherzförmige gesägte Afterblätter befestigt. Die KätzCö ekommen mit den Blättern zu Ende Aprils, und sind an der Basis mit einem lanzettförmigen Deckblatte vel "sehen. Unter jeder Schuppe des männlichen Kätzchens befinden sich 2 7 Staubgefässe, bey den weiblichen eltlglatter Fruchtknoten.

Erklärung der Tafel 157-a) Ein blühender Zweig der männlichen Pflanze. b) Ein Blümchen vergrössert.c) Die Blüthenschuppe vergrössert. d) Ein Zweig mit ausgebildeten Blättern.

Erklärung der Tafel 158-a) Ein blühender Zweig der weiblichen Pflanze, b) Ein Blümchen vergrössert. c) Dieses von der Rückseile sichtba 1 -

d) Ein Zweig mit reifen Samen.

e) Eine reife Kapsel.

f) Diese aufgesprungen.