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Handbuch der speciellen Klimatotherapie und Balneotherapie : mit besonderer Rücksicht auf Mittel-Europa zum Gebrauch für Aerzte
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Venedig.

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auf Pfahlrosten Venedig erbaut, und es durch eine 4 Km. lange Eisen-bahnbrücke mit dem Lande verbunden. Statt der Strassen wird dieseStadt von 147 Kanülen durchzogen. Ebbe und Fluth verändern denStand des Wassers, welches die Mauern ihrer Häuser bespült, und sogleicht sie einem riesenhaften Schiff, welches vor Anker liegt, und aufwelchem man nichts weiss von Staub oder Strassenlärm durch Wagen-gerassel, wie sie in anderen -rossen Städten zu linden sind. Die Vone-tischen, Carnischen und Julischen Alpen, welche im Norden Venedigim weiten Umkreise umspannen, sind zu weit entfernt, um einen wirk-samen Schutz gegen die im Winter fast täglich wehenden Nordwindeabzugeben. Nur die Stadt selbst mit ihrem dichten Knäuel von 15000hochragenden Häusern und Palästen setzt (lein Winde einen Damm ent-gegen und lässt die Südseite derselben im Vollgenuss der Sonnenwärme.Das dort befindlich« Ufer: die Riva degli Schiavoni und die Fondamentadelle Zattere, ist der Theil Venedigs, der ausschliesslich zum Kranken-asyl geeignet ist. Die Nordwinde, besonders der Nordost, herrschen vomNovember bis Februar vor. Letzlerer, vom Karst herkommend, berührt'He Stadt theils als stetige Strömung (Greco disteso) theils als Fallwind,wo er dann in gewaltigen periodischen Stössen trockne Kälte verbreitet(Bora), ort springen die Nordwinde in Ostwinde über, und diese tragenwesentlich dazu hei. die Nachtheile, welche der Stadt durch die ÜblenAusdünstungen der Kanüle erwachsen würden, aufzuheben oder zumassigen. Manchmal lost der regenbringende Südwind (Scirocco) denNordwind plötzlich ab. und im März und April, wo er die Herrschaftgewinnt, verkümmert er häufig die Promenaden der Kranken. Ausscr-(1 °m ist Venedig dem regelmässigen Spiel der See- und Landwinde aus-gesetzt. Der Landwind ist gewöhnlich recht angenehm und ihm ist esz » verdanken, dass die Kranken selbst im Hoohwinter von 9 oder 10 Uhr^gens an au der Riva spazieren gehen und bis gegen Sonnenunter-gang daselbst verweilen können. Nur an sehr warmen Tagen ist dieseslindes wegen vom Besuch «les Lido abzurathen. Im allgemeinen ist" s mit den Winden nicht schlimm, und die Riva würde unbestritteneine vorzügliche Winterpromenade sein, wenn nicht die 7 hochgewölbtenBrücken, von denen sie unterbrochen wird, theils indem sie dem Spa-ziergänger das Steigen zumuthen, theils indem sie von den überbrücktenanalen her einen kalten Luftzug au. Norden zulassen, ihren Werthbe einträchtigten. Hier muss dem Patienten Vorsicht empfohlen werde.Mi < ei,,,.,,, Wintermittel von 3.8° C ist Venedig nur l 1 /, resp. 2° wärmer