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Handbuch der speciellen Klimatotherapie und Balneotherapie : mit besonderer Rücksicht auf Mittel-Europa zum Gebrauch für Aerzte
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Ajaccio.

Ostkiiste der Insel, während die Malaria an der Westküste nur an denFlussmündungen des Gravone, Prunelli und Taravo festen Fuss gefassthat, und auch hier nur in sehr massigem Grade zu herrschen pflegt.In der Stadt selbst sind die Monate Mai bis September und in trocknenHerbsten sogar noch der October die Zeit, wo Fieberfälle sich ereignen.Die Cholera hat bisher die Insel vollständig verschont; dagegen wüthetendie Pocken während meiner ersten Anwesenheit und forderten vieleOpfer, so dass für Kurgäste, welche den Winter durch in Ajaccio ver-weilen wollen, die vorbeugende Revaccination in der Heimath geeignetenFalles sehr zu empfehlen ist. Die Phthise scheint selten zu sein, undfehlt in den höheren Gebirgsgegenden der Insel gänzlich, während Em-physem und chronischer Katarrh dort nicht selten sind. Eine Wasser-leitung aus dem Gravonefluss versieht die Stadt ausreichend mit Wasser.Nach Regengüssen pflegt dasselbe trübe zu sein und einen Bodensatz zuenthalten. Ruft es Diarrhöe hervor, so mische man es mit dem vor-trefflichen aber sehr feurigen Rothwein. Bei dem bisher im Vergleichmit der Riviera nicht gerade bedeutenden Fremdenbesuch und bei demhäufigen Wechsel der Aerztc fehlt es noch an klinischen Erfahrungenüber den Verlauf der Krankheiten bei den Winterkurgästen. Entspre-chend den klimatischen Verhältnissen, wonach Ajaccio unter die relativ-windstillen, staubfreien, feuchtwarmen Kurorte gehört, kann man alsfndicationen die skrophulöse Constitution, die phthisische Anlage,Larynx-Aflectionen (bei denen die Riviera häufig nicht passt), den trock-nen Bronchialkatarrh, das Initialstadium der Phthise erethischer Sub-jeete bezeichnen. Con traindicationen bilden Katarrhe mit profuserSecretion, Rheumatismus und Gicht und schon der weiten und beschwer-lichen Reise wegen alle erheblichen Schwächezustände. Man kannAjaccio ein schwächeres Funehal nennen. Dieser Vergleich ist nichtunbegründet, und wird umsomehr zutreffen, wenn Corsica einst wieMadeira hochgelegene Sommerstationen eingerichtet haben wird. In ein-zelnen Krankheitsfällen kann man sich mit Vortheil des wohlschmecken-den erdigen Eisensäuerlings von Orezza (Magn. bic. 0.09, Calc. bic. 0.89,Ferr. bic. 0.18, Temp. 11° ('.) bedienen. Auch die Schwefelthermenvon Calda niccia im nahen Gravonothal (Natr. sulfurat. 0.07, Natr.chlor. 0.22, Temp. 89" C.) und bei fortgesetzter Frühlingskur die in63 Km. Entfernung nordwärts gelegenen Schwefelthermen von Guagnokönnen unter Umständen von Werth sein.

Man tritt die Seereise nach Corsica von Marseille, von Nizza oder von f.ivorno