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Handbuch der speciellen Klimatotherapie und Balneotherapie : mit besonderer Rücksicht auf Mittel-Europa zum Gebrauch für Aerzte
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8. Krankheiten der Constitution und des Stoffwechsels.

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au die kalten Kochsalzquellen (Kissingen, Homburg etc.), während diestärksten Wirkungen mit den Glaubersalzwässern (Karlsbad, Marienbad,Elster, Rohitsch, Tarasp) erzielt werden.

Rheumatismus, Arthritis. Für alle chronisch-rheumatische Af-fectionen ist ein trocken-warmes Klima erwünscht. Für die lokalenBeschwerden sind die indifferenten Thermen sowie die Kochsalz-,Schwefel- und Kalk-Thermen das Hauptmittel. Ferner können Hydro-therapie, Heissluft-, Dampf-, Sand- und Moorbäder von Nutzen sein.Eine ähnliche Kur erfordern die Residuen gichtischer Anfälle.Gegen die gichtische Dyskrasie selbst sind verschiedene Trinkkurengebräuchlich. Bei ausgesprochener Abdominalplethora und gutem Kräfte-zustand benutzt man die alkalischen Glaubersalzquellen und die warmenund kalten Kochsalztrinkquellen, bei deutlicher harnsaurer Diathese diealkalischen und Lithionquellen. Unter letzteren nimmt Salzschlirf(Lith. chlor. 0,22) weitaus die erste Stelle ein, die nächststehendeKönigsquelle von Elster (mit 0,10 Lith. carb.) ist Badequelle und kommtals Trinkquelle nicht in Betracht, und das nun folgende Baden-Badenhat bereits nur 0,04 Chlorlithium. Es folgt dann Bilin mit 0,03 Lith.bicarb. und Assmannshausen mit ebensoviel Chlorlithium. Die übrigenmit nur 0,01 und noch weniger Lithion begabten Wässer sind bedeu-tungslos, pflegen aber mit der Zudringlichkeit ihrer auf das Laienpublikumberechneten Reklame um so verschwenderischer zu sein, je dürftigersie mineralisirt sind. Mit einem geringen Zusatz von Lithion carb.zu einem einfachen oder alkalischen Säuerling (Harz, Cronthal, Birres-born, Niederselters, Tönnisteiu etc.) erreicht man die Lithionwirkungweit sicherer.

Bei Arthritis deformans haben neben Wiesbaden Neuenahr undAssmannshausen Erfolge aufzuweisen.

Diabetes. Zuckerkranke haben die ausgedehnteste Luftkur ebensonöthig wie Phthisiker. Kur müssen sie wegen der absoluten Notwen-digkeit einer strengen speeifischen Diät noch viel ausnahmsloser unterärztliche Kontrolle gestellt werden. An den verschiedensten Kurortenund im Süden vagirende Diabetiker geheu meist schnell zu Grunde.Je deutlicher Dyspepsie, chronischer Magen- und Darmkatarrh oderLeberhyperämie die Krankheit begleiten, desto eher darf man sich vonNeuenahr, Karlsbad oder Vichy einen Erfolg versprechen. ^ Sanatorienfür Diabetiker, wie sie in Neuenahr und Baden-Baden existiren, ver-dienen volle Beachtung.