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Handbuch der speciellen Klimatotherapie und Balneotherapie : mit besonderer Rücksicht auf Mittel-Europa zum Gebrauch für Aerzte
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Die patholog. Zustände in ihren Bezieh, zur Klimato- u. Balneotherapie.

Süden den Katarrh, hat eine gewisse Berechtigung. Zwar verbessert (h>rSüden bei reichlichem Luftgenuss auch die Constitution, aber der roborirendeEinfluss, die Zunahme des Appetits und des Körpergewichts, macht sichauf der Höhe energischer geltend als im Süden, während hier wiederalte Katarrhe oft überraschend schnell zur Heilung gelangen. Ein Winter-aufenthalt auf der Höhe erfordert, dass die Kranken vor dem Einschneien,also schon im October, dort eintreffen, für die Riviera ist die Periodevom October bis Ende Januar von milderer, weniger intensiver Wirkungals die Zeit von Anfang Februar bis Mitte April, wo Ventilation undEvaporation beträchtlich stärker sind. Anhaltendes hektisches Fieber,eine ausgeprägt erethische Constitution, bedeutende Entkräftung, Com-plication mit Darm oder Nierenleiden contraindiciren die Hohe ebenso-wohl wie den Süden. Im Uebrigen verweise ich auf das bei Davos undSan Remo Gesagte. Den Versuch die Nordseeinseln als Winterstationenfür Phthisiker zu benutzen hat keine günstigen Resultate ergeben.

3. Krankheiten der Circulationsorgane.

Bei Fettherz als Begleiterscheinung allgemeiner Fettleibigkeit, be-sonders wenn sie bei Plethorischen die Folge üppiger Lebensweise isl,sind neben zweckentsprechender Diät die kalten Glaubersalzwässer (Ma-rienbad, Elster, Tarasp, Rohitsch, Füred) oder kalte Kochsalztrinkquellen(Homburg, Kissingen, Salzschlirf etc.) am Platze.

Gegen die nach Rheumatismus acutus zurückbleibenden Reste peri-karditischer und endokarditischer Entzündung ist eisenhaltigen Glauber-salzwässern (Franzensbad, Elster, Rippoldsau) der Vorzug zu geben, oderman bedient sich dabei der Thermalsoolen (Nauheim, Oeynhausen, Werne).

Hei chronischen organischen Herzleiden, insbesondere bei Klappen-fehlern des linken Herzens, welche mit Kraftabnahme des Herzmuskelsund Schwächung des Blutdrucks im Aortensystem verbunden sind, hatman früher nicht gewagt das kranke Organ zu erhöhter Leistung anzu-spornen, sondern man beschränkte sich darauf, den Aufenthalt in einemsedativen Klima, Milch- und Molkenkuren auzurathen. Eine beruhigendeund gleichzeitig tonisironde Wirkung auf das kranke Herz auszuüben,beanspruchen schon die kohlensäurereicheu Sool- und Stahlbäder (Nau-heim, Cudowa), aber eine kühnere und vielversprechende Therapie wurde

zu Leibe zu gehen, sondern häufig genug besteht die hauptsächlichste Aufgabe darinSchonung des kranken Organs zu ermöglichen, und dabei spielt das Wetter einegrosse Rolle.