Zweiter Theil.
Die pathologischen Zustände in ihren Beziehungenzur Klimatotherapi e und Balneotherapie.
1. Krankheiten der Digestionsorgane.
(legen Störungen in der Function des Magens und Veränderungenim normalen Zustand der Magenschleimhaut — Dyspepsie, chronischerMagenkatarrh — kann ein directes Heilverfahren durch Trinkkuren miteinfach-alkalischen, alkalisch-muriatischen oder schwachen Kochsalzwässern
eingeleitet werden. Ueber die Wahl unter ihnen und besonders darüber,ob man einer kalten oder warmen Quelle den Vorzug giebt, entscheidetdie Constitution des Kranken und der Einzelfall. Bei den mit Anämieverbundenen Magenkatarrhen sind die alkalischen Eisenwasser zuwühlen.
Bei chronischem Magengeschwür ist der vorsichtige Gebrauch al-kalischer Glaubersalzquellen, vor allem Karlsbads, am Platze.
Gesellt sich zum Magenkatarrh chronischer Darmkatarrh mit Nei-gung zur Obstipation, so sind neben den Kochsalztrinkquellen (Kissingen,Homburg etc.) die warmen (Karlsbad. Hertrieb) oder kalten (Ester,Marienbad, Franzensbad) alkalischen Glaubersalzquellen angezeigt. Bildetverlangsamte Peristaltik das Hauptmoment, so treten die Bitter-wässer (Friedrichshall, Püllna etc.) in ihr Recht, [st dagegen chro-nische Diarrhöe mit dem Darmkatarrh verbunden, so ist Karlsbaderoder der Hydrotherapie der Vorzug zu geben.
Bei Trägheit der Verdauung in Verbindung mit Abdominalplethoraund Haemorrhois, wo in der Pegel sitzende Lebensweise das ätiologische