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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 3 (1920) Heterocyclische Verbindungen
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1552
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1552 Vergleich der Hetero-Sechsringe in Bezug auf Alkalibesiändigkeii.

und nun beiderseits an gesättigten Kohlenstoff gebunden ist, so steigertsich — wie auch bei Fünfringen (vgl. S. 175 über Pyrrolidin) — dieBasizität bis zur alkalischen Eeaktion (vgl. S. 820 über Piperidin, S. 950über Chinolin-dekahydrid, S. 1023 über Isochinolin-tetrahydrid, S. 1237über Chinazolin-tetrahydrid, S. 1351 über Piperazin, S. 1466 überMorpholin).

Das Acridin-dihydrid gibt ein Beispiel dafür, daß die Hydrierung zwar denStickstoff aus tertiärer in sekundäre Form überführt, die beiderseits benachbartenKohlenstoffatome aber ungesättigt läßt; hier bewirkt die Hydrierung Verschwindender Basizität (s. S. 1083, 1088). Beispiele für den Fall, daß die Hydrierung nureines der an Stickstoff gebundenen Kohlenstoffatome sättigt, liefern das Chinolin-tetrahydrid(S.945), Phenanthridin-dihydrid (S.1108) und Chinazolin-dihydrid (S. 1236).

Bei den Sechsringen aber lernten wir die überraschende Erscheinungkennen, daß auch Sauerstoff als Kingglied deutlich basischen Charakterhervorrufen kann, der sich unter Umständen bis zur alkalischen Reaktionsteigert (vgl. S. 697 — 702, 705—706, 708—709, 722, 725—726, 734 bis735, 755—756, 767—768, 772; s. auch S. 1471 —1472). Über die analogenVerhältnisse beim Schwefel'vgl. S. 778, 1153, 1492—1493.

.Die Salzbildung wird sowohl im Falle des Stickstoffs, wie des Sauerstoffs undSchwefels auf Valenz-Erhöhung des Hetero-Ringglieds (vgl. S. 695) zurückgeführt 1 . —Über die eigenartigen Erscheinungen, welche die Valenx-Erniedrigimg des Stick-stoffs bei Halogenalkylatcn der Azine begleiten, s. S. 798—799, 926—928, 1021,1086, 1100—1102, 1108, 1166, 1383—1384.

Die bei Fünfringen allgemein beobachtete Erscheinung, daß Imid-Kinggliedern Säurecharakter zukommt (vgl. S. 687) findet ein Analogonin der schwach sauren Reaktion des 1.2.4.5-Tetrazin-dihydrids (S. 1537);s. auch S. 1540, 1541 über die Salze der C,iV-Dihydro-tetrazin-dicarbon-säure und ihres Diamids.

Über die Widerstandsfähigkeit der Sechsringe gegen Alkalien (vgl.dazu S. 688) liegen nur wenige Angaben vor, soweit es sich um dieStammkerne in ihren wenigst gesättigten oder hydrierten Formen handelt.Pyridin und Chinolin sind beständig, wie ihre Bildung bei der Destillationvon Alkaloiden mit Kali (vgl. S. 782, 912) zeigt; auch Acridin wird vonschmelzendem Kali nicht verändert (S. 1085). Der Ring des 1.3.5-Tri-azins wird in seinen C-Aryl-Derivaten durch kochende Alkalilaugen nicbtgesprengt (vgl. S. 1520 Methyldiphenyltricyanid und in Bd. II, Tl. IKyaphenin), derjenige des 1.2.4.5-Tetrazins aber aufgespalten (vgl.S. 1534). Die perhydrierten Formen Thiopyran-tetrahydrid 2 , Piperidin(vgl. S. 819), Piperazin (vgl. S. 1347) und Morpholin (S. 1466) vertragenheißes starkes Alkali; auch das Hexahydrid des 1.2.4.5-Tetrazins ist inseinen iV-Tetraaryl-Derivaten ziemlich alkalibeständig (vgl. S. 1542). Derpartiell hydrierte Ring des 1.2.4. S-Tetrazin-A^jV'-dihydrids hält als 3.6-

1 Neue Kritik der Oxonium-Formulierung: Dilthey, B. 53, 261 (1920).

2 v. Braun, Tkümpler, B. 43, 548 (1910).