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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 3 (1920) Heterocyclische Verbindungen
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Methyldiphenylirioyanid.

Beim Kochen in Toluol wird es unter Entpolymerisation und Umlagerung in Phenyl-isocyanat C 6 H 5 -N:CO übergeführt. Bei der Einwirkung von alkoholischer Salzsäureentsteht neben Benzoesäure und Hydroxylamin als Hauptprodukt das 3.5-Diphenyl-furo-fa^J-diazol-N-oxyd (S. 642643), das ein Dimeres des monomolekularen Benzo-nitriloxyds C 6 H 5 -C-N:0 darstellt

Über den eigenartigen Übergang des Cyanur-triäthyls und Cyanur-triphenyls in Iniidazol-Körper durch Eeduktion 1 s. S. 447 u. 480.

In der Mitte zwischen den Cyanurtrialkylen und Cyanurtriarylenstehen diegemischten Tricyanide", in denen die Stellen 2.4.6 des1.3.5-Triazin-Rings teils durch Alkyle, teils durch Aryle besetzt sind 3 .Kraitt lehrte ihre leichte Bildung bei der Einwirkung von Fettsäure-chloriden auf Arylcyanide^ in Gegenwart von Aluminiumchlorid kennen;Pinnee erhielt sie aus aromatischen Amidinen durch Einwirkung vonEssigsäureanhydrid, z. B.:

JSB. H 2 N.CC 6 H 5C C H 5 .C< + ^NH

\NH 2

-f- 0(CO-CH 3 ) 2

= C r H,-C<

JST-

-C«H r ,

>N

X N=C^CH S+ NH 3 + CH 3 C0 3 H -f H s O.

(A)

Das nach dieser Gleichung entstehende, leicht aus Acetylchlorid, Benzonitrilund Aluminiumchlorid erhältliche 2-Methyl-4.6-diplieiiyl-1.3.ö-triaziii (Methyldi-phenyltricyanid) schmilzt bei 110° und siedet unter 15 mm Druck bei 227°; esist gegen kochende Kalilauge sehr beständig, wird aber beim Kochen mit ver-dünnter Schwefelsäure unter Bildung von Essigsäure, Benzoesäure und Ammoniakgespalten. Aus der Benzol-Lösung fällt durch Chlorwasserstoff sein HydrochloridC 16 H 13 N 3 -HC1 in Kädelchen aus, das aber von Wasser rasch zersetzt wird.

In alkalischer Lösung mit Kaliumpermanganat oxydiert, liefert diese Ver-bindung eine Carbonsäure, die bei 192° Kohlendioxyd abspaltet, um in 2.6-Di-phenyl-l.S.ö-ti'iazin 3 (Schmelzp.: 75°, Siedep. unter 9 mm Druck: 205°) überzugehen:

ch,

(B)

Das Hexahydrid des 1.3.5.-Triazins 4 an sich nicht bekanntist die Stammform der in Bd. I, Tl. I, S. 753754 besprochenen Stoffe,die aus primären Aminen durch Einwirkung von Formaldehyd entstehenund seine iV,iV",j¥"-Trialkyl-Derivate darstellen 5 .

1 Vgl. Teööee, J. pr. [2] 50, 458 (1894).

2 Vgl.: Krapft, v. Hansen, B. 22, 803 (1889). Krafft, G. König, B. 23,2382 (1890). Pinner, B. 25, 1417, 1624 (1892).Die Imidoäther" (Berlin 1892),S. 149, 160, 185, 197 (1892). Eitner, Krafft, B. 25, 2267 (1892). Flatow,B. 30, 2009 (1897). Bappepoet. B. 34, 1989 (1901).

3 Keafft, G. Köniq, B, 23, 2383 (1890).

4 Über eine Verbindung, die als Tetraphenyl-Derivat eines Dihydrids an-gesehen wird, s.: Lottermoser, J. pr. [2] 54, 139 (1896). v. Walther, J. pr. [2]67, 446 (1903). Stobbe, A. 359, 47 (1908).

5 Vgl. auch Einhorn, Peettnee, A. 334, 210 (1904).