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Phenanihridon.
ähnelt. Über pyrogene Bildung aus iV-Methyl-carbazol durch Erweiterungdes Pyrrol-Rings zum Pyridin-Ring s. S. 338.
Phenanthridin krystallisiert aus verdünntem Alkohol in weißen Nadeln, schmilztbei 104°, siedet unzersetzt oberhalb 360°, ist mit Wasserdämpfen ziemlich schwerflüchtig und löst sich nur wenig in heißem Wasser mit schwach blauer Fluorescenz.In der Kälte ist es fast geruchlos; seine Dämpfe riechen stechend und reizen zumNiesen, aber viel weniger als diejenigen des Acridins (vgl. S. 1081, 1085). SemHydrochlorid krystallisiert in gelben Nadeln, löst sich leicht in Wasser undzeigt in verdünnter Lösung blaue Fluorescenz. Gleich dem Acridin (vgl. S. 1085)gibt es ein in Wasser sehr schwer lösliches Nitrit. Im Gegensatz zum Acridm(vgl. S. 1085, 1088) wird das Phenanthridin durch Zinn und Salzsäure zu einemDihydrid C 13 H U N (Schmelzp.: 90°) reduziert, das basische Eigenschaften besitzt,sich also in Säuren löst.
Das Jodmethylat des Phenanthridins gibt mit Natron eine Pseudobase (vgl.S 798-799,926-928,1021,1086,1100-1101), die in weißen Nadeln krystallisiert, bei109° schmilzt und sich an der Luft nur langsam oxydiert; sie wird durch alkalischeFerricyanid-Lösung zu iV-Methyl-phenanthridon oxydiert und durch warme Natron-lauge unter Bildung von iV-Methyl-phenanthridon und .ZV-Methyl-phenanthridm-dihydrid zersetzt:
C 6 H 4 —CH(OH) C 0 H 4 —CO CA—CH
'C.H 4 —N-CH 3
C 6 H 4 -
, C 6 H 4 --N-CHs C 6 H 4 -
-N-CR
+ ILO
(D)
Während das Phenanthridin gegen Chromsäure, verdünnte Salpeter-säure und Kaliumpermanganat sehr beständig ist, läßt es sich durchsiedende Chlorkalk-Lösung in Gegenwart eines Kobaltsalzes zu Phenan-thridonMC-xo-phenanthridin-dihydrid) oxydieren. Dieser Stoff ent-steht ferner reichlich beim Überhitzen der Dämpfe von Benzanilid:
C 6 H 5 -COC 6 H 5 -NH
= H 2 +
C 6 H 4 -COC 6 H 4 -NH '
(E)
auch bildet er sich aus Fluorenon-oxim
° 6 4 \C:N-OH beim Erhitzen
C 6 fV
mit Chlorzink (infolge von „Beckmann scher Umlagerung"). Interessantist seine vollkommen glatte Entstehung aus der Diphenamidsäure (demMonoamid der Diphensäure) durch Hypobromit in alkalischer Lösung:
C 6 H 4 -CO-OHC 6 H 4 -CO-NH 2
C 6 H 4 -CO-OHC 0 H 4 -NH 2
C 6 H 4 -COC 6 H 4 -NH
(F)
Sie vermittelt nämlich einen Übergang vom Phenanthren zum Phenan-thridin, das sich vom Phenanthren durch Austausch eines CH-Ringgliedsgegen Stickstoff ableitet; denn die Diphensäure ist ja aus Phenanthren
* Grabe, Wander, Ä. 276, 245 (1893). - Pictet, Patry, B. 26, 1962 (1893).Grabe, Schestakow, A. 284, 309, 313 (1895). - Kerp, B. 29, 230 (1896) _ Pictet,'Hubert, B. 29, 1188 (1896). — H.Meyer, A. Homiann, M. 37, 701 (1916).
S.' weiter über Phenanthridin-Körper: Pictet, Erlich, A. 266, 153 (1891). —Borsche, A. 377, 81-84, 97, 98 (1910).