Formylessigsäure.
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Wasser; letztere Methode dient am besten zu ihrer Darstellung 1 . Siefindet sich allgemein verbreitet in unreifen Früchten 3 ; mit zunehmenderReife nimmt ihre Menge allmählich ab; bei völliger Maturität verschwindetdie Glyoxylsäure aus den Früchten, doch lässt sie sich dann noch inden Blättern nachweisen; vielleicht gehört sie zu den Zwischenproduktendes Assimilationsprocesses 3 (vgl. S. 401).
Glyoxylsäure ist in Wasser sehr leicht löslich und mit Wasser-dämpfen flüchtig. Sie reducirt ammoniakalische Silberlösung unterSpiegelbildung, wird von nascirendem Wasserstoff zu Glykolsäure reducirt,von Salpetersäure zu Oxalsäure oxydirt; kocht man Glyoxylsäure mitüberschüssigem Kalkhydrat oder Kalihydrat*, so entstehen Glykolsäureund Oxalsäure neben einander. Mit Alkalibisulfiten bildet GlyoxylsäureVerbindungen, mit Hydroxylamin und Phenylhydrazin reagirt sie unterBildung eines Oxims bezw. Hydrazons. — Das Oxim 5 — Oximido-«ssigsäure CH(: N-OH)-C0 2 H — krystallisirt in langen farblosen Nadelnmit 1 Mol. Krystallwasser, wird über Schwefelsäure wasserfrei, ist inWasser und Alkohol sehr leicht löslich, schmilzt wasserfrei bei 137—138°unter Zersetzung in Kohlensäure, Wasser und Blausäure und zerfällt indieselben Produkte beim Erhitzen mit Wasser auf 120°; K = 0-0995.
Homologe der Glyoxylsäure im eigentlichen Sinne kann es nichtgeben; denn ersetzt man das einzige an Kohlenstoff gebundene Wasser-stoffatom durch Alkyl, z. B.:
CH,-CO-CO,H,So gelangt man zu einer Verbindung aus einer anderen Klasse — einer«■Ketonsäure (vgl. Brenztraubensäure, S. 956).
Aber es erscheinen weitere Aldehydsäuren möglich, deren Aldehyd-grnppe und Carboxylgruppe durch Zwischenglieder von einander ge-trennt sind.
Formylessigsiture CH0-CH 2 -C0 2 H wäre unter den Säuren dieserArt diejenige, welche sich zunächst an die Glyoxylsäure anschliessenwürde; sie könnte auch als Halbaldehyd der Malonsäure aufgefasstwerden. Sie ist in freiem Zustand nicht bekannt, da sie sehr leicht zuCondensationsprocessen geneigt erscheint; ihre vorübergehende Entstehungw ird bei der Cumalinsäurebildung aus Aepfelsäure (S. 795—796) ange-nommen. Als Natriumverbindung ihres Aethylesters 6 CH0-CH 2 -Ü0 2 -C 2 H 6 wurde bisher die Substanz angesehen, welche sich bei der Ein-
1 Vgl. Gramer, Ber. 25, 714 (1892).
2 Brunner u. Chuakü, Ber. 19, 595, 616 (1886). — Vgl. auch v. Lippmann, Ber.24, 3305 (1891).
3 Vgl. auch Koeniqs, Ber. 25, 800 (1892).
4 Böttinoer, Ber. 13, 1932 (1880).
5 Cra.mkr, Her. 25, 713 (1892). — Söderbaüm, Ber. 25, 912 (1892). — Hantzsch"• Miolati, Ztechr. f. physik. Chom. 10, 6 (1892).
0 I'iutti, Ber. 20, 537 (1887). — W. Wislicenüs, ebenda, 2931. — v. Peciimann,Ann. 264, 283 (1891). Ber. 25, 1040 (1892).
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