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1 (1893) Allgemeiner Theil - Verbindungen der Fettreihe
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Definition und Emtheilung der Kohlenhydrate.

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es sich einmal namentlich in der physiologischen Chemie eingebürgert hat und fürdie Mehrzahl der hierher gehörigen Verbindungen und gerade für die wichtigstenzutreffend ist.

Ihren sinnlichen Merkmalen nach sind die Substanzen, welche dieGruppe der Kohlenhydrate umfasst, sehr verschiedenartig. Während ihreinerseits die leicht löslichen, süss schmeckenden, in grossen KrystallenerhältlichenZuckerarten" angehören, werden ihr andererseits auch Stoffewie Starke, Cellulose, Gummi zugerechnet, welche kein Krystallisations-vermögen und keinen charakteristischen Ge chmack besitzen und zumTheilin Wasser durchaus unlöslich sind. Allein diese letzteren, nicht zucker-ähnlichen Kohlenhydrate stehen doch zu den eigentlichen Zuckerarten innaher Beziehung, denn sie lassen sich leicht in Zuckerarten überfuhren;der Uebergang erfolgt unter der Einwirkung verdünnter Säuren in derWärme mlw auch gewisser Fermente (vgl. Diastase, S. 173); er bestehtm einer Wasseraufnahme und gleichzeitiger Spaltung eines complicirterenMolecüls in mehrere einfachere (hydrolytische Spaltung), z. B.:

(C 6 H 10 O 6 )x +xH,0 = xC 6 H 12 0 6 -

Dieser Uebergang legt die Auffassung nahe, jene nicht zuckerähnlichenKohlenhydrate seien anhydridähnliche Derivate der ZuckerartenJ.Polysaccharide", deren Molecül aus mehreren einfachen Zucker-molecülen durch AVasserabspaltung gebildet ist.

Wir können ferner unter den durch ihre äusseren Eigenschaften;| ls Glieder der Zuckergruppe charakterisirten Substanzen eine ähnlicheUnterscheidung treffen, wie eben zwischen zuckerähnlichen und nichtzuckerähnlichen Kohlenhydraten; unter ihnen giebt es eine Anzahl vonSubstanzen, welche an sich schon mit zuckerähnlichen Eigenschaftenbegabt doch noch durchhydrolytische Spaltung" in einfachere Ver-treter der Zuckergruppe zerfallen können, wie z. B. Rohrzucker inTraubenzucker und Fruchtzucker:

C 12 lL,Ai + H,0 C e H ls O e + C 6 H 1S 0 8 ,welche demnach ebenfalls als Anhydride einfacherer Zuckerarten be-trachtet werden können. Man kann diese spaltbaren Zuckerarten als

»zuckerähnliche Polysaccharide" denMonosacchariden" gegen-überstellen den Zuckerarten, welche durch hydrolytische Spaltungnicht mehr in einfachere Zuckerarten zerlegt werden können.

Die Gruppe der Kohlenhydrate umfassl mithin die ein-fachen Zuckerarten (Monosaccharide) und die Substanzen,welche durch hydrolytische Spaltung in einfache Zuckerartenübergeführt werden können. Man kann sie in die folgenden Unter-gruppen eintheilen:

I. Einfache Zuckerarten. Monosaccharide (Traubenzucker, Holz-zucker etc.).

11. Spaltbarem Zuckerarten oder zuckerähnliche Polysaccharide (Rohr-zucker. Rafnnose etc.).