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unzersetzt siedet, furchtbar reizende Wirkung auf die Augen ausübt und von Alkalienexplosionsartig unter Bildung von Blausäure, Salzsäure und Kohlensäure (nicht Chloro-form) zersetzt wird. Durch Einwirkung von überschüssigem Ilydroxylamin auf Chloridin Gegenwart von überschüssigem Alkali entsteht das Chlorglyoxim 1 CC1( :X-OHl-CH(:N-OH) (Chloramphiglyoxim), welches aus Wasser mit 1 Mol. Krystall-wasser in Nadeln krystallisirt und in verdünntem Natron und in Ammoniak sichunverändert auflöst; leitet man in seine ätherische Lösung Chlorwasscrstoft. sowird es in das stereoisomere Chlorantiglyoxim verwandelt, welches gegenAlkalien äusserst empfindlich ist; durch sehr verdünnte Alkalien wird letzteresaugenblicklich in Chloramphiglyoxim zurückverwandelt, durch gewöhnliches Natronunter Gelbfärbung, durch concentrirtes Ammoniak unter Bräunung explosionsartigzersetzt. Es liegt hier ein specieller Fall von Stereoisomerieerseheinungen vor, wiesie bei Oximen in letzterer Zeit sehr häufig beobachtet sind (vgl. S. 950. '.17T. 9.S5, 981)und namentlich an den Oximen der aromatischen Reihe ausführlich studirt sind.Ueber ihre Erklärung (wie auch über die Bedeutung der Vorsilben „amphi" und„anti") vergleiche daher die Oxime aromatischer Aldehyde und Ketone in Band U-Mit a-Oxysäuren (z. B. Milchsäure) tritt Chloral beim Erhitzen zu acetalartige"Verbindungen unter Wasserabspaltung zusammen, die als Chloralide bezeichnewerden, z. B.:
OH-CH-CH,
,,0-CH-CH,
CC1 3 -CH0 + = CC1 3 -0H< | + 11,0.
OH-CO M)-CU
Chloralid 2 war ursprünglich eine Substanz C 5 rL_Cl 6 0 3 genannt, welche " urc 0Einwirkung von rauchender Schwefelsäure auf Chloral entsteht, bei 114-—l 1schmilzt und bei 272—273" siedet. Die Constitution dieser Verbindung, die lang 6räthselhaft war, ist durch eine scharfsinnige Untersuchung von Wallach aufgol" M ida sie auch beim Erhitzen von Trichlormilchsäure (S. 755) mit Chloral entsteht, »
0 CH-CC1.
ist sie als Trichlormilchsäure-trichloräthylidenester CCl.-CHc I
\co CO
aufzufassen. ,
Chlorderivate der höheren Aldehyde. Wenn man gewöhnlichen Acetaldenyoder Paraldehyd der Einwirkung von Chlor aussetzt, so erhält man als Hauptp 10nicht ein Substitutionsprodukt des Acetaldehyds, sondern ein Trichlordcrivat
l CHButyraldehyds — das sogenannte Uutylchloral 3 , welchem bisher die Formel v »CHC1-CC1,-CH0 zuertheilt wurde, welches aber nach einer neueren Untersuchungein Gemisch von zwei sehr ähnlichen Isomeren zu sein scheint; die Keaction veiwahrscheinlich derart, dass sich zunächst Monochloracetaldehyd bildet, welchei *unter dem Einfluss der entstehenden Salzsäure mit Aldehyd zu «-Chlorcrotonalae ycondensirt, worauf letzterer Chlor addirt:
CH 3 -CH0-f-CH 2 Cl-CHO = CH.-CH: CC1-CH0 + H,0,CH 3 -CH:CC1-CII0 + Cl 2 = CH 3 -CHC1-CC1 2 -CH0.
1 Näoeli, Ber. 16, 499 (1883). — Hantzsch, Ber. 25, 707 (1892). g
1 Städelee, Ann. 61, 104 (1847); 106, 253 (1858). — Kkkulk, Ann- 1° 5 >(1857). — Gkabowsky, Ber. 8, 1433 (1875). — Wallach, Ann. 193, 1 (1878). - ^ T 'Ann. 239, 262 (1887). — Ansciiütz u. Haslam, Ann. 239, 297 (1887); 253, 121 (1« .>
8 Keämee u. Pinner, Ber. 3, 383 (1870). — Saunow, Ann. 164, 93 (1872).Pinnee, Ber. 8, 1561 (1875). Ann. 179, 26 (1875). — Enoel u. Moitessibb, ■
rend. 90, 1075 (1880). — Lieben u. Zeisel, Jb. 1881, 598. Monatsh. 4,
531
(1883)-
— Bbühl, Ann. 203, 20 (1880). - Thomas, Jb. 1887, 1861. — K. Schief u. aaBer. 24e, 828 (1891). — R. Schiff, Ber. 25, 1690 (1892).